Die OM-3 hat das Zeug zur Lieblingskamera

Eine schöne Kamera nimmst du häufiger mit. Manchmal werde ich bei dieser Aussage belächelt – doch tatsächlich sind Kameras auch immer ein Accessoire. Wir wählen viele Dinge, die wir täglich bei uns tragen, bewusst aus. Die OM System OM-3 ist jedoch mehr als nur ein schönes Accessoire. Warum ich mich innerhalb weniger Tage ein wenig in sie verliebt habe, verrate ich dir in diesem Artikel.

Dass ich ein Fan der OM System TG-7 bin, habe ich bereits ausführlich in meinem Artikel zur Unterwasserfotografie erzählt. Viel mehr Berührungspunkte hatte ich mit der Marke bisher nicht – außer, wenn in einem Fotokurs jemand eine OM-Kamera dabeihatte und ich verzweifelt im Menü nach der Anzeige für Gitterlinien gesucht habe. Dazu aber später.

Offengestanden hat mich die OM-3 zunächst durch ihr Vintage-Design angesprochen – und weil ich silberne Kameras mag. Aber was macht ein Kamera-Design eigentlich „Vintage“? Ein Blick auf einige Analogkameras gibt die Antwort: Mechanische Räder, klare Kanten – manchmal erinnern mich solche Kameras ein wenig an den DeLorean DMC-12 aus Zurück in die Zukunft. Dieser Retro-Look gefällt vielen, und OM System hat sich hier offensichtlich von der eigenen Olympus OM-4 Ti SLR inspirieren lassen. Mir gefällt das Design der OM-3 jedenfalls so gut, dass ich sie beim Besuch bei Foto Zumstein am liebsten sofort mitgenommen hätte.

Diese Bodie & Kit Alternativen der OM-3 gibt es:


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Micro-Four-Thirds?

Vorteile MFT Sensor?
Die OM System OM-3 ist mit einem Micro-Four-Thirds-Sensor ausgestattet, der etwas kleiner als APS-C ist. Dadurch ergibt sich ein Crop-Faktor von 2x – ein 12–45mm-Objektiv entspricht also 24–90mm an Vollformat.
Der kleinere Sensor bringt gleich mehrere Vorteile: Kameras und Objektive bleiben kompakt, das Gewicht ist gering und die Preise sind meist attraktiver. Dank des offenen Bajonett-Systems passen MFT-Objektive verschiedener Hersteller ohne Adapter.

OM-3 für welchen Einsatzzweck?
Für den Alltag bedeutet das: Die OM-3 ist eine ideale „Everyday-Carry“-Kamera, besonders für Street-Fotografie und Reisen. Mit ihren 20 Megapixeln liefert sie genügend Auflösung für die meisten Einsatzzwecke. Gleichzeitig sorgt die moderate Pixelzahl für eine gute ISO-Performance.

Passende Objektive
In der Praxis trage ich oft das 12–45mm f/4 als flexibles Zoom in der Tasche, während das lichtstarke 17mm f/1.8einsatzbereit an der Kamera sitzt. So bin ich für spontane Motive gerüstet, ohne von Gewicht oder Grösse eingeschränkt zu sein. Die OM-3 ist damit eine ausgewogene Systemkamera, die mich zuverlässig bei meinen fotografischen Abenteuern begleitet.

📸 OM System OM‑3 – Technische Daten

  • Sensor: 20,2MP Micro Four Thirds (BSI Stacked CMOS)
  • Bildstabilisierung: 5‑Achsen IBIS, bis zu 6,5 EV
  • Serienbild: Bis 120fps (S-AF), ca. 50fps (C-AF)
  • Autofokus: 1.053 Messfelder, Quad‑Pixel PDAF mit KI‑Motiverkennung
  • Sucher: 2,36Mio. Punkte, 0,69× Vergrößerung
  • Display: 3,0″ Touchscreen, 1,62Mio. Punkte, voll schwenkbar
  • Video: 4K/60p, Full HD bis 240fps
  • Gehäuse: IP53 wettergeschützt, robustes Metall
  • Akku: ca. 590 Aufnahmen, USB‑C Ladung möglich
  • Speicher: 1 SD-Karte (UHS‑II)
  • Anschlüsse: Mikrofon, Kopfhörer, HDMI-D, USB‑C
  • Masse: ca. 139 × 89 × 46mm,
  • Gewicht: 496g inkl. Akku

🔭 35 Millimeter-Liebe

Ich habe zwei feste Favoriten: 85 mm für die Arbeit bei Events, Hochzeiten und Fotoshootings – und 35 mm, wenn ich reise oder in der Stadt unterwegs bin. 35 mm funktionieren fast immer.

Da ich die OM-3 klar als tägliche Begleiterin sehe, wollte ich unbedingt ein 35-mm-äquivalentes Objektiv ausprobieren. Das Team von Foto Zumstein hat mir dafür das M.Zuiko Digital ED 17 mm f/1.8 mitgegeben – und es war vermutlich über 90 % der Zeit fest an der Kamera. Durch den Crop-Faktor von 2 entspricht es genau meinen geliebten 35 mm. Mit Blende f/1.8 lassen sich harmonische Schärfeverläufe gestalten, um den Blick gezielt zu lenken.

Die leichte Vignettierung mag ich persönlich sehr; sie verleiht den Bildern einen besonderen Look und verschwindet fast vollständig, wenn man etwas abblendet.

⭐ Meine fünf Top Features der OM-3

🎨  Bildstil-Drehrad
Auf dem rechten Frontbereich, neben dem Objektiv, befindet sich ein haptisches Drehrad, mit dem ich Bildstile manuell auswählen kann. Einige Parameter lassen sich im Menü individuell einstellen. Der ab Werk vorkonfigurierte Monochrom2-Bildstil gefällt mir besonders gut.

📺  Drehdisplay
Das LCD der Kamera lässt sich vollständig drehen und schwenken. Gerade fürs Fotografieren aus Bauchhöhe ist das sehr komfortabel. Zudem kann man es auch bei Hochkant-Aufnahmen ausklappen – etwas, das ich bei vielen Kameras vermisse.

  Haptik
Die Materialwahl und das Gefühl, wie sich die Kamera in der Hand hält, sind hochwertig und angenehm. Ich hatte die OM-3 immer sicher in den Händen. Die Grösse und Abmessungen sind für mich perfekt.

🔋  Akku
Top-Batterielaufzeit mit dem grossen Akku im genügend grossen Body. Die Kamera bleibt super transportabel, hat aber nicht so einen kleinen Akku, der gefühlt nach wenigen Shots schon auf 75 % ist. Mit USB-C lässt sie sich überall schnell ein wenig aufladen.

📶  WLAN
Mir ist bewusst, dass viele auf WLAN verzichten könnten. Ich mag es, wenn es drin ist. Zudem hat die OM-3 ein sehr schnelles Modul verbaut. Für mich ein super Feature.

⚠️  Was hat mich gestört?
Der Power-Switch ist etwas leichtgängig, und die OM-3 hat sich hin und wieder in der Fototasche eigenständig eingeschaltet. Ich hätte ihn zudem gerne auf der rechten Gehäuseseite, da ich die OM-3 oft in der rechten Hand halte und sie so nicht einhändig einschalten kann. Ich muss den Hebel mit der zweiten Hand betätigen. Das ist je nach Fotografin oder Fotograf unterschiedlich. 

Das Menü dürfte etwas klarer beschrieben sein. Teilweise ist die Kategorisierung verwirrend, und gewisse Begriffe sucht man vergebens. Beim Versuch, die Signaltöne auszuschalten, musste ich ins Handbuch schauen. Die Symbolik ist speziell eine Gewöhnungssache, die sicher auch damit zu tun hat, dass ich sehr viele unterschiedliche Kameras benutze.

📷 WÜRDE ICH MIR DIE OM-3 KAUFEN?

Ja. Aber warum kaufe ich sie mir nicht? Weil ich einfach schon deutlich mehr Kameras besitze, als ich überhaupt mitnehmen kann. Wäre ich nicht Berufsfotograf mit einem Hang zu schönen Kameras und würde ich für meine private Fotografie beim Reisen, für die Familie oder einfach so für mich eine komfortable Systemkamera suchen, dann wäre die OM-3 meine Kamera.

Ein ausgewogenes Paket an technischen Spezifikationen, verpackt in ein sehr attraktives Gehäuse mit guter Akkulaufzeit und einem soliden Preis-Leistungs-Verhältnis – das wäre definitiv ein Match. Vielleicht ist es ja für dich ein Match.

  • Stefan Lehmann

    Selbständiger Fotograf und Videoproduzent 
    Inhaber lehmann kreativ GmbH Aarberg

    Instagram: @stefanlehmann_
    Youtube: @stefanlehmann_ch

    Seit rund 10 Jahren erbringe ich Dienstleistungen im Bereich Foto & Video. Ich mag Review-Videos auf Youtube, grillieren und schöne Kameras. Beruflich arbeite ich am Liebsten mit 85mm Brennweite und privat habe ich meistens etwas um 35mm bei mir. Fotografisch versuche ich die ungestellte Streetfotografie in meine übrigen Buchungen einfliessen zu lassen. Blitzlicht mag ich nicht besonders, dafür könnte ich Stunden damit verbringen, Kamerarigs zu bauen.