

Ich erinnere mich noch gut daran, als ich 2019 zum ersten Mal allein in ein Flugzeug nach Kapstadt gestiegen bin, um während einem Monat an meinem Portfolio zu arbeiten. Die Nervosität war riesig und ich spürte einen Mix aus Vorfreude und grossem Respekt.
Ich hatte aber das Glück, dass ich von Beginn an in guten Händen war. Einerseits durch eine Produktionsagentur vor Ort und andererseits durch Bekanntschaften, welche mich so gut sie konnten, unterstützt haben. Dies gab mir den nötigen Halt und die benötigte Sicherheit.
Bereits zwei Tage nach meiner Ankunft klingelte mein Wecker um 2:30 Uhr nachts. Danach galt es 90 Minuten mit dem Auto durch die Dunkelheit zum ersten Fotoshooting zu fahren. Das Shooting fand mitten im Nirgendwo des Outback auf einer «dirtroad» statt. Noch vor Sonnenaufgang stand ich gemeinsam mit meinem Team bestehend aus 7 Personen bereit. Der Moment war magisch.


Fünf Jahre später ist Kapstadt ein fester Bestandteil meiner Arbeit geworden. Jedes Jahr reise ich für mehrere Wochen in meine zweite Heimat um Jobs und Portfolioarbeiten zu realisieren. Bei einem Grossteil meiner Produktionen in Kapstadt stehe ich meist früh morgens auf, um das für mich nach wie vor komplett surreale Licht an diesem Ort einzufangen. Es begeistert mich immer wieder auf ein Neues. Das sich immer ändernde Farbenspiel lässt sich schwer in Worte fassen. Ab 9:00 Uhr ist meistens Schluss und es geht nach Hause. Dann heisst es Bilder durchschauen oder wenn möglich nochmals ins Bett.
In den letzten zwei Jahren war die Canon R5 mein treuer Begleiter in Kapstadt. Dabei arbeite ich am liebsten mit Festbrennweiten. Einerseits durch die bekannten Eigenschaften wie den grösseren Blendenbereiche sowie dem leichteren Gewicht. Für mich ist der Hauptgrund aber der mit Festbrennweiten einhergehender Bewegungsdrang. Um den richtigen Ausschnitt und Winkel zu finden, muss ich konstant meine Position wechseln. Ich empfehle jedem für eine längere Zeit ausschliesslich mit einer Brennweite zu arbeiten. Dies stärkt den Sinn und das Gefühl für den richtigen Bildausschnitt.


Stets mit im Gepäck ist das RF 85mm F1.2 sowie das RF 50mm 1.2. Als Editorial- und Werbefotograf decken diese zwei Linsen den Grossteil meines Arbeitsbereiches ab. Beide Objektive liefern für mich die gewünschte Bildqualität mit gestochen scharfen Bildern und hohem Kontrast ab. Besonders das RF 85mm F1.2 begeistert mich durch den präzisen und schnellen Autofokus.
In diesem Jahr gab es zwei Besonderheiten. Erstens wollte ich für ein Sport Editorial weitwinkliger fotografieren, zweitens war ich privat in einem Nationalpark unterwegs und wollte schöne Tierbilder mit nach Hause bringen. Dank Foto Zumstein konnte ich zwei weitere Objektive auf diesen Trip mitnehmen. Nämlich das RF 15-35mm F2.8 L sowie das RF 100-500mm F4.5-7.1 L. Beide Objektive habe ich zuvor noch nie getestet.
Die Fotografie mit Weitwinkelobjektiven ist ein sehr modernes Stielmittel, welches in letzter Zeit öfters anzutreffen ist. Denn ein Objektiv wie das RF 15-35mm eignet sich definitiv nicht nur für die Landschaftsfotografie. Dies wollte ich unbedingt selbst mal bei einer freien Arbeit ausprobieren und habe mich langsam herangetastet. Auch wenn dieses Objektiv kaum einen festen Platz in meiner Sammlung einnimmt, kann ich mir gut vorstellen, öfters damit zu arbeiten. Es ist eine Herausforderung, macht aber unglaublich viel Spass.


In das Telezoom RF 100-500mm F4.5-7.1 habe ich mich nach den ersten Bildern direkt verliebt. Die Schärfe der Linse ist beeindruckend und das Fokussieren war auf die Distanz einfacher als gedacht. Die Kontraste bleiben stets hoch auch bei direkt einfallendem Sonnenlicht. Um Tier- und Naturmotive einzufangen, eignet sich diese Linse perfekt. Ich kann mir gut vorstellen, dass sie bald den Weg in meine Objektivsammlung finden.


Die Saison 2023 in Kapstadt war erneut eine unglaublich schöne Erfahrung. Viele Bilder sind entstanden, ich habe Neues ausprobiert und bin immer wieder mal über meinen Schatten gesprungen. Ich freue mich in etwas mehr als einem halben Jahr wieder zurück in Kapstadt zu sein. Die Stadt und das Land bieten für jeden Fotografen unglaublich viele Motive. Und dieses einzigartige Licht muss man einmal im Leben mit eigenen Augen erlebt haben.


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Instagram: @pascaltriponez




