Als Fotograf mit einer Leidenschaft für hochwertiges Equipment kommt es schnell vor, dass man mehrere tausend Franken an Ausrüstung im Schlepptau hat. Mit einigen Vorkehrungen und einem wachsamen Auge lässt sich das Risiko von Diebstahl oder Schäden jedoch deutlich verringern. Auf meinen Reisen hatte ich die Möglichkeit an den unterschiedlichsten Orten zu fotografieren. Oft sind es jedoch gerade jene mit einem höheren Sicherheitsrisiko, die die spannendsten und visuell eindrucksvollsten Motive bereithalten.

In diesem Beitrag beleuchte ich Sicherheit in zwei Bereichen: Schutz vor Diebstahl und Schutz vor Schaden. Auf meinen  Reisen um die Welt habe ich viel darüber gelernt, wie man sich und seine Kameraausrüstung sicher von Ort zu Ort bringt. Hier teile ich meine besten Tipps, damit dein Equipment geschützt bleibt und du dich auf das Fotografieren konzentrieren kannst, ohne dich von Sorgen ablenken zu lassen.

Schutz vor Diebstahl

Unauffällige Ausrüstung:

Die Basis um als Fotograf etwas "under cover" unterwegs zu sein, ist das Tragen eines unauffäligen Rucksacks. Vermeide Kamerataschen mit sichtbarem Branding, grellen Farben und einem "Das ist ein Kamerarucksack"-Design. Eine schlichte Umhängetasche oder ein unauffälliger Rucksack zieht weniger Aufmerksamkeit auf sich. Wenn ich kein grosses Kit bei mir trage, arbeite ich oftmals auch mit einem herkömlichen Rucksack und einer Innentasche

GPS-Tracker wie Airtags nutzen

Seit der Einführung der Airtags verwende ich diese in all meinen Kamerataschen und sogar über eine Stativplatte mit integriertem Airtag Fach. Das erlaubt es mir mein Equipment im falle eines Diebstahls schneller zu lokalisieren und gibt mir zudem ein beruhigendes Gefühl.

Kameragurt

Verwende einen Kameragurt, der fest an deinem Körper befestigt werden kann. Zusätzlich könntest du auch Sicherheitsgurte mit integriertem Stahlseil verwenden, um die Gefahr von Diebstählen weiter zu minimieren.

Bauchtasche oder Sling Bag

Manchmal bin ich wie ein Kangoroo unterwegs und trage meine Kamera jeweils in einer Bauch oder Umhängetasche. An Orten mit potenziellen Risiken nehme ich oft nur eine kompakte Kamera mit einem Objektiv mit, die ich bequem in einer Bauchtasche verstauen kann. Die Kamera bleibt sicher in der Tasche und wird nur dann herausgenommen, wenn ich tatsächlich ein Foto aufnehmen möchte.

Seriennummern dokumentieren

Notiere die Seriennummern deiner Kamera und Objektive. Im Verlustfall können diese Informationen bei der Suche deiner Babys zur einer klaren Identifizierung beitragen. Zudem erleichtert eine umfangreiche Dokumentation deines Equipment den alfälligen Dialog mit deiner Versicherung. 

Wissen schützt

Vor jeder Reise informiere ich mich über die Sicherheitslage vor Ort und gängige Betrugsmaschen. In Gebieten mit erhöhtem Risiko beobachte ich die Umgebung genau – solange ich viele ältere Menschen, Kinder und Familien sehe, gilt der Ort tendenziell als sicherer. Diese einfache Methode hilft mir, potenzielle Gefahren frühzeitig zu erkennen und meine Kameraausrüstung entsprechend zu schützen. Es gibt natürlich noch viele weitere Verhaltensregel. Diese würden jedoch den Rahmen diese Beitrags sprengen.

  • Peak Design Outdoor Sling & Rainfly

  • Smallrig Airtag Plate

  • Peak Design Straps & Capture Clip

Schutz vor Schaden

Schutzfilter und Sonnenblende

Schutzfilter und Sonnenblenden haben mir schon mehrfach geholfen, unschöne Kratzer auf der Linse zu vermeiden. Besonders auf abenteuerlichen Foto-Touren, wo es nicht immer möglich ist, die Ausrüstung behutsam zu behandeln, sind sie ein unverzichtbarer Schutz.

Kameragurt oder Handschlaufe

Ist dir schon einmal eine Kamera aus der Hand gerutscht? Falls nicht, weiter so. Falls doch, kennst du das intensiv ungute Gefühl. Ich brauche dieses Gefühl nicht mehr in meinem Leben und nutze daher immer einen Kameragurt, so selbstverständlich wie einen Sicherheitsgurt im Auto. Besonders schätze ich modulare Systeme wie jenes von Peak Design, das es mir ermöglichen, im handumdrehen zwischen einem Nackengurt und einer Handschlaufe zu wechseln.

Regenhülle & Dry-Bag

Ein fester Bestandteil meines Kamerarucksacks ist eine Regenhülle. Selbst wenn mein Rucksack als wetterfest gilt, nutze ich zusätzlich eine Regenhülle, um ihn besser zu schützen. Nach einem Regenschauer kann ich sie einfach entfernen und muss mir keine Gedanken darüber machen, den Rucksack erst trocknen zu lassen. Sollte es richtig heftig werden, greife ich zu meinem Dry-Bag und verstau den gesamten Rucksack darin. Wer schon einmal in Indonesien mit einem kleinen Boot ohne Dach in einen Platzregen geraten ist, wird diese Vorsichtsmassnahme zu schätzen wissen.

Regelmässige Wartung

Staub, Sand und Feuchtigkeit sind die grössten Feinde deiner Kamera. Reinige deine Ausrüstung regelmässig mit einem Blasebalg und Mikrofaser-Tüchern, um Schäden durch Schmutzablagerungen zu vermeiden. Vor einer grösseren Reise lasse ich mein Equiment jeweils professionell reinigen. Weitere Infos zur Reinigung findest du in diesem Blogbeitrag: Kamera- und Sensorreinigung

Kameraversicherung abschliessen

Wenn alle Stricke reissen, kann dir nur noch eine Foto-Equipment Versicherung den allerwertesten rettn. Ja, noch eine Versicherung aber je nach Wert deiner Ausrüstung ist dieser Punkt eine Überlegung wert. Wenn du professionell als Fotograf arbeitest, ist sie meiner Meinung nach ein Muss, um im Ernstfall abgesichert zu sein.

  • PolarPro ND Filter

  • Cleaning Kit

  • Peak Design Rainfly

Bonustipp zur Datensicherung

Ob Diebstahl oder Schaden – es ist immer eine gute Idee, seine Daten regelmässig zu sichern. Auf Reisen setze ich auf ein bewährtes System mit zwei externen Festplatten, einer Cloud und ausreichend SD-Karten. Am Ende eines jeden Fotoshooting-Tages koppiere ich alle Bilder von der SD-Karte auf meine primäre externe Festplatte. Danach wähle ich die besten Aufnahmen aus und sichere diese zusätzlich auf meine zweite externe Festplatte. Falls ausreichend Speicherplatz vorhanden ist, kopiere ich auch alle Bilder dorthin. Wenn meine Internetverbindung es erlaubt, lade ich die Auswahl zusätzlich in die Cloud. Meine SD-Karten rotiere ich nach jedem Shooting und lasse die Aufnahmen so lange wie möglich darauf gespeichert. Die beiden externen Festplatten bewahre ich wann immer möglich an unterschiedlichen Orten auf. Wenn ich beispielsweise in einem Café an meinen Bildern arbeite, bleibt die zweite Festplatte sicher im Hotelzimmer.

Fazit

Dein Equipment sicher und bereit für grossartige Bilder Sicherheit für dein Kamera-Equipment beginnt mit einer guter Vorbereitung. Indem du unauffällige Transportmethoden wählst, dein Equipment mit Schutzmassnahmen absicherst und regelmässige Wartung betreibst, minimierst du Risiken erheblich. Eine durchdachte Datensicherung und eine passende Versicherung sorgen zusätzlich für ein gutes Gefühl auf Reisen. Mit diesen Massnahmen kannst du dich voll und ganz auf das Fotografieren konzentrieren.