Zwei Fotograf:innen. Eine Kamera. Zwei Perspektiven. In diesem Beitrag stellen wir nicht nur ein neues Produkt vor, sondern zwei ehrliche Meinungen nebeneinander. Beide testen dieselbe Kamera im echten Einsatz, reagieren auf identische Aussagen und ergänzen sie mit ihren persönlichen Erfahrungen und Bildbeispielen. So entsteht kein klassisches Review, sondern ein direkter Vergleich aus der Praxis. Unterschiedliche Arbeitsweisen, unterschiedliche Prioritäten, unterschiedliche Einschätzungen.

In diesem Beitrag dreht sich alles um die neue Canon EOS R5 II. Ein professioneller Hybrid für Foto und Video, der Canons neueste Technologien aus der Profi-Welt in ein leistungsstarkes Gehäuse vereint. Wie schlägt sie sich wirklich im Alltag? Das beleuchten die zwei Canon Creators aus unterschiedlichen fotografischen Welten: Melina (@Melourra), Fotografin und Content Creatorin mit Fokus auf die cinematische Portraiftografie, und Mathilde (@frihead), Schweizer Fotografin an der Schnittstelle von Landschaft, Portrait mit einer nostalgischen Ästhetik. Melourras Antworten findest du jeweils auf der linken Seite, Mathildes auf der rechten. Auf dem Handy wird zuerst Melourras Statement angezeigt, gefolgt von Mathildes Sichtweise.

 

  • Melourra - Melina

    Melina ist Fotografin und Content Creatorin based in Wien und Zürich. Unter ihrem Künstlernamen @melourra erzählt sie ehrliche, emotionale Geschichten für moderne junge Menschen und authentische Brands - mit einer Bildsprache, die weich, zeitlos und gleichzeitig cinematisch wirkt. Angetrieben von Lebendigkeit, Emotion und Freiheit erschafft sie Fotografien voller Atmosphäre und Gefühl. MELOURRA ist dabei ihre persönliche Liebeserklärung an Storytelling und die Kunst, Momente tief zu fühlen.

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  • Frihead - Mathilde

    Mathilde ist eine Schweizer Fotografin, die an der Schnittstelle von Landschafts- und Portraitfotografie arbeitet. Ihre Arbeit ist in der Natur verwurzelt, die ihr den grössten Teil ihrer Inspiration liefert. Ihr Ansatz wird von natürlichem Licht, Emotion und Atmosphäre geleitet, mit einem starken Einfluss einer filminspirierten Ästhetik. Sie fotografiert Hochzeiten, Portraits und Landschaften mit derselben Absicht: ehrliche, zeitlose Bilder zu schaffen, die sowohl emotional als auch mit dem Ort verbunden wirken.

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1. Mein Lieblings Feature der Canon EOS R5 II ist …

  • Melourra:

    ... wie intelligent die Kamera im Hintergrund mitarbeitet.

    Ich arbeite fast ausschliesslich mit Menschen in sehr dynamischen Situationen: Weddings, Fashion Shoots, Campaigns inmitten einer Busy Street. Da möchte ich gleichzeitig auf den Lichteinfall, die Emotionen, Passanten, Bewegung, ob das Styling noch sitzt, die Komposition und auch die Kommunikation mit den Models achten. Wenn eine Kamera einem dabei technisch den Rücken freihält, macht das im Alltag einen enormen Unterschied.

  • Frihead:

    ... Der Autofokus und die Augenerkennung.

    Als Portrait- und Landschaftsfotografin wechsle ich ständig zwischen sehr unterschiedlichen Aufnahmesituationen. Der Autofokus wirkt präzise und verlässlich – besonders bei Menschen in Bewegung oder in emotionalen Momenten. Er gibt mir die Freiheit, mich auf Licht, Timing und Komposition zu konzentrieren, anstatt mich mit technischen Unsicherheiten aufzuhalten.


2. Das eine Detail, das mir nach der ersten Woche aufgefallen ist, ist …

  • Melourra:

    ... wie gut sich die RAWs bearbeiten lassen

    Die unbearbeiteten Bilder haben unglaublich viel Spielraum, besonders in ihren Hauttönen und mit natürlichem Licht. Ich arbeite sehr viel mit weichen Highlights, Gegenlicht und mit Cropping. Oft belichte ich zB. absichtlich etwas runter, um die Details in den Highlights zu erhalten und die dunklen Bereiche nachträglich aufzuhellen. Das klappt hier sehr gut und sieht super natürlich aus. Auch wenn ich den Zuschnitt stark verändere sind die Bilder immer noch extrem scharf.

  • Frihead:

    ... Die aussergewöhnliche Schärfe und Bildqualität.

    Der Detailreichtum des 45-Megapixel-Sensors hat mich sofort beeindruckt, besonders bei Landschaftsaufnahmen, wo Textur, Tiefe und Licht eine zentrale Rolle spielen. Selbst bei starkem Zuschneiden bleiben die Dateien sauber und detailreich, das gibt viel Spielraum in der Nachbearbeitung.


3. Die grösste Überraschung im Alltagstest war für mich …

  • Melourra:

    ... wie gut man die Kamera individualisieren kann.

    Vor allem bei emotionalen Situationen auf Hochzeiten merke ich, wie wichtig eine ruhige Arbeitsweise ist. Ich lege daher vorab alle Buttons so fest, dass ich in der Hitze des Gefechts nur durchschauen muss und an allen Rädern und Knöpfen flexibel drehe, um meine Bilder entsprechend einzustellen. Das Menü oder den Screen brauche ich dabei fast garnicht mehr. Weiters schalte ich meine Kamera oft dann ganz auf stumm, um Momente dokumentarisch einzufangen und keine Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen.

  • Frihead:

    ... wie anpassungsfähig die Kamera ist.

    Ich musste die Kamera kaum «erlernen». Sie hat sich verschiedenen Aufnahmesituationen ganz natürlich angepasst. Nach dem Personalisieren der Steuerung wurde die Bedienung sehr intuitiv, egal ob bei einer schnellen Hochzeit oder in einer ruhigen Landschaftssession.


4. Die Kombination aus 45-Megapixel-Stacked-Sensor und Geschwindigkeit macht für mich besonders Sinn bei …

  • Melourra:

    ... flexibilität in der Post Production.

    Ich fotografiere oft Models in Dynamik, laufende Szenen oder sehr spontane Interaktionen. Gleichzeitig wollen Brands heutzutage extrem detailreiche Inhalte für unterschiedlichste Formate und Crops. Dass man beides bekommt, nämlich Geschwindigkeit und hohe Auflösung, macht die Kamera für meinen Workflow sehr passend. Oft sehe ich erst am Laptop, wie ich das finale Bild gestalten möchte.

  • Frihead:

    ... Storytelling auf verschiedenen Ebenen vom menschlichen Moment bis zum landschaftlichen Kontext.

    Ich dokumentiere nicht nur Menschen, sondern auch den Raum, in dem sie sich befinden. Bei Hochzeiten bedeutet das: intime Gesten und weite, atmosphärische Bilder gleichermassen festhalten. Bei Landschaftsaufnahmen kann ich beschneiden oder neu rahmen, ohne an Tiefe oder Textur zu verlieren. Das Gleichgewicht zwischen Auflösung und Geschwindigkeit gibt mir in beiden Welten kreative Sicherheit.


5. Beim Autofokus hat mich am meisten überzeugt, dass …

  • Melourra:

    ... ich Personen einspeichern kann.

    Wenn ich bei einer Hochzeit nur Sekunden für einen Shot habe, kann ich nicht ständig kontrollieren, ob der Fokus perfekt sitzt. Genau dort hilft die Kamera extrem. Vor allem bei offenen Blenden oder schwierigen Lichtbedingungen hab ich mit dem Eye Tracking AF deutlich weniger Ausschuss als früher. Vor einem Shoot speichere ich deshalb auch mit der People Priority meine Kunden / Models ein und lasse die Kamera jene Personen immer im Sucher finden.

  • Frihead:

    ... Dass er auch in schnell wechselnden Situationen zuverlässig bleibt.

    Bei Hochzeiten wiederholen sich Momente nicht. Menschen bewegen sich, Emotionen wechseln schnell, das Licht verändert sich ständig. Was mich beeindruckt, ist nicht nur die Präzision, sondern die Verlässlichkeit. Ich kann vollständig im Moment bleiben, ohne ständig zu überprüfen, ob ich «den Moment erwischt» habe.


6. Für Video Creator ist die Canon R5 II für mich besonders spannend, weil …

  • Melourra:

    ... sie sich nicht wie ein kompliziertes Cinema System anfühlt.

    Viele Fotograf:innen möchten heute zusätzlich Video anbieten, ohne komplett ihre Arbeitsweise umstellen zu müssen. Genau das finde ich spannend an der R5 II. Sie macht den Einstieg oder die Kombination aus beiden Welten viel zugänglicher und intuitiver. Die multimedia Grenzen verschwimmen ja sowieso. Wer weiss, vielleicht seht ihr mich als nächstes emotionale Videos directen und drehen. Alles ist möglich!

  • Frihead:

    ... Die Kamera erfasst die Atmosphäre auf sehr natürliche und filmische Art.

    Auch wenn ich hauptsächlich fotografiere, hat es mir sehr gut gefallen, wie intuitiv sich die Kamera beim Filmen anfühlt. Die Kombination aus Bildstabilisierung, Autofokus und Bildqualität macht es sehr einfach, Bewegungen, Licht und Aussenumgebungen auf eine Weise einzufangen, die sich eher organisch und emotional als übermässig technisch anfühlt.


7. Im Vergleich zu meinem vorherigen Setup fühlt sich die R5 II für mich an wie …

  • Melourra:

    ... eine knackiger Apfel.

    Meine Kameras müssen viel mit mir mitmachen. Nicht zuletzt werden sie von mir viele Stunden wöchentlich in der Hand gehalten und in allen Wetter und Stresslagen gefordert. Meine alte R5 hatte ich Jahrelang im Einsatz, siehst schon viel mit mir durchmachen müssen. Im Vergleich ist die R5 II nun wie einer jener polierten grünen Bio Äpfel im Supermarkt: shining bright light a diamond. Auf viele schöne Jahre zusammen.

  • Frihead:

    ... Ein ausgefeilteres und vollständigeres kreatives Werkzeug.

    In gewissen Bereichen erinnert sie natürlich an die a7 IV – in den neuen Features aber auch an die Flagship-Modelle. So kennt man die Megapixel-Auflösung bereits von der a7 IV, während viele der Video-Features von der FX3 bekannt sind und Spezialfunktionen wie Pre-Capture von der a1 II. Das Spannende ist, dass die a7 V die besten Features aus unterschiedlichen Kameras in einem Gehäuse kombiniert. Im Einsatzbereich erinnert mich die Kamera jedoch klar an die a7 IV, die von der neuen a7 V nun als Allround-Kamera abgelöst wird.


8. Wenn ich eine Sache verbessern könnte, dann wäre es …

  • Melourra:

    ... dass die Kamera meine Gedanken lesen kann.

    Ich arbeite sehr intuitiv und passe meine Kamera stark auf unterschiedliche Situationen an. Gerade bei Hochzeiten springt man ständig zwischen verschiedenen Lichtituationen hin und her. Somit verliere ich oft Zeit, wenn ich die Einstellungen auf den neuen Raum anpasse. Noch schnellere Empfehlungen für: Blitz, Mischlicht, Blurry Fotos im Laufen, Bewegungsunschärfe, Bokeh, Off Cam Flash, Dance Shots, Action Shots, Portraits wären toll. Ich sehe als Fotografin eigentlich immer eine Vision, wie mein Bild aussehen soll. Und dann probiere ich viel, um es auch so je nach Licht hinzubekommen. Manchmal ärgert man sich dann später, das kennt bestimmt jeder.

  • Frihead:

    ... Das Gewicht bei langen Tagen in den Bergen.

    Ich trage mein Equipment oft stundenlang beim Wandern. Die Kamera wirkt sehr solide und gut verarbeitet aber ein etwas leichteres Setup würde noch besser zu meiner Arbeitsweise in der Natur passen.


9. Am liebsten verwendet habe ich die Canon R5 II in Kombination mit …

  • Melourra:

    ... Canon RF 28-70mm F2.

    Honestly auch das einzige Objektiv, das ich permanent im Dauereinsatz habe. Es erlaubt mir eine total offene Blende mit einer riesigen Flexibilität in der Brennweite. Dadurch ist von Streetstyle Fashion Shots über Weddings, Close-Up Portraits und Nature Shoots alles dabei. Ein absolutes Working Beast. Wenn es nicht nur so schwer wäre? ;D Ich gehe ins Gym nur dafür, dass ich es leichter einhändig liften kann haha.

  • Frihead:

    ... natürlichem Licht und dem RF 28–70mm F2.

    Diese Kombination war äusserst vielseitig, besonders beim Wechsel zwischen verschiedenen Umgebungen im Laufe des Tages. Ich konnte flexibel bleiben, ohne ständig das Objektiv zu wechseln, was mir half, präsenter im Moment zu sein. Zusammen mit der Reaktionsschnelligkeit der Kamera entstand ein sehr flüssiges Aufnahmeerlebnis.


10. Die Canon R5 II wird zukünftig ...

  • Melourra:

    ... für viele Creator ein Werkzeug sein, das technische Grenzen immer mehr verschwinden lässt.

    Ich war schon immer eine Verfechterin davon, dass man People Fotografie spüren und nicht berechnen muss. Ich glaube, genau das ist heute wichtig: Die Kamera unterstützt den kreativen Prozess so stark, dass man sich viel mehr auf Ideen, Menschen und Storytelling konzentrieren kann. Und genau das macht für mich moderne Kameras spannend. Ich möchte mit meinen Bildern in erster Linie Geschichten erzählen, auch wenn es bedeutet, dass meine Verschlusszeit in der Theorie eine Spur zu langsam war.

  • Frihead:

    ... eine hybridere und bewusstere Arbeitsweise über verschiedene Genres hinweg unterstützen.

    Ich sehe sie als Kamera, die mich dazu ermutigt, verschiedene Aspekte meiner Arbeit weiter zu verbinden, ohne das Gefühl zu haben, für jede Welt ein anderes Werkzeug zu brauchen. Sie unterstützt einen einheitlicheren Ansatz beim Storytelling, bei dem Emotion und Umgebung immer miteinander verbunden sind.