Tom Fähndrich alias @tofenpics ist ein schweizer Lifestyle und Travel Fotograf aus der Region Lausanne. In seiner Arbeit kombiniert er die Faszination für Reisen, Abenteuer und visuellem Storytelling mit dem Anspruch, nicht nur Orte festzuhalten, sondern auch die Emotionen und Erlebnisse dahinter spürbar zu machen.
TIPP NR. 1: BILDBEARBEITUNG
Nimm das Thema Bildbearbeitung ernst und entwickle deinen eigenen Stil.
Warum ist dieser Tipp so wichtig?
Ein grosser Teil der Stimmung eines Bildes entsteht erst in der Nachbearbeitung und nicht beim Fotografieren selbst. Dort wird aus einer realen Szene deine persönliche Interpretation. Das Zusammenspiel von Licht, Schatten und Farben entscheidet oft darüber, ob ein Bild einfach schön aussieht oder wirklich etwas auslöst.
Wann funktioniert das besonders gut?
Vor allem bei Szenen mit komplexen Farbwelten und vielen Nuancen. Zum Beispiel tropische Grüntöne kombiniert mit kräftigen Blautönen. Genau diese feinen Abstimmungen im Color Grading machen häufig den Unterschied zwischen einem netten Foto und einem Bild, das im Kopf bleibt.
Kannst du ein konkretes Beispiel geben?
Paisu Pok Lake auf Sulawesi in Indonesien. Das Wasser zeigt dort beinahe das gesamte Spektrum an Blautönen und wird von dichtem, sattem Dschungelgrün umgeben. Diese beiden Farbwelten harmonisch zusammenzubringen, ohne dass sie gegeneinander arbeiten, hat in der Nachbearbeitung viel Zeit und Feingefühl gebraucht.
Was machen viele hier falsch?
Sie laden einfach ein Preset herunter und übernehmen es blind. Dabei liegt der eigentliche Mehrwert nicht im Preset selbst, sondern darin zu verstehen, warum bestimmte Entscheidungen getroffen wurden. Man muss Zeit investieren, experimentieren und herausfinden, was für die eigenen Bilder funktioniert. Erst dadurch entwickelt sich mit der Zeit ein eigener Stil.
TIPP NR. 2: BILDSERIEN
Denke in Bildserien und nicht nur in einzelnen Aufnahmen.
Warum ist dieser Tipp so wichtig?
Ein einzelnes starkes Bild kann beeindrucken. Eine Serie aus Übersichtsaufnahmen, Details und kulturellen Momenten erzählt dagegen eine komplette Geschichte. Genau das bleibt Menschen langfristig im Kopf und macht die Bilder gleichzeitig deutlich wertvoller für kommerzielle Einsätze.
Wann funktioniert das besonders gut?
An Orten mit vielen verschiedenen Ebenen und Eindrücken. Zum Beispiel in Safari Lodges, abgelegenen Dörfern oder Küstenorten. Überall dort, wo der Kontext aus einem schönen Bild eine echte Geschichte macht.
Kannst du ein konkretes Beispiel geben?
Während einer Safari warte ich nicht nur auf das perfekte Löwenbild. Ich fotografiere auch die Guides, die Fahrzeuge, die Lodge bei Abendstimmung oder den Kaffee am frühen Morgen. Genau diese Bilder geben der grossen Wildlife Aufnahme später ihre emotionale Wirkung.
Was machen viele hier falsch?
Sie versteifen sich komplett auf dieses eine Traumfoto und blenden alles andere um sich herum aus. Oft sind es aber genau die Bilder davor und danach, die der Hauptaufnahme überhaupt erst ihre Stärke verleihen.
TIPP NR. 3: BRICH DIE REGELN
Brich die Regeln, oft. Fotografiere viel.
Warum ist dieser Tipp so wichtig?
Die Bilder, die Menschen wirklich überraschen, entstehen selten nach Lehrbuch. Ungewöhnliche Perspektiven, lange Belichtungszeiten oder gezielte Bewegungsunschärfe erzeugen oft mehr Emotion als ein technisch perfektes Bild. Manchmal liegt genau in dieser Unperfektion die eigentliche Stärke einer Aufnahme.
Wann funktioniert das besonders gut?
Vor allem bei schwierigen Lichtverhältnissen, unvorhersehbaren Situationen oder schnellen Szenen. Genau dort kann es spannender sein, technische Perfektion loszulassen und bewusst etwas auszuprobieren, statt immer auf Nummer sicher zu gehen.
Kannst du ein konkretes Beispiel geben?
Zum Beispiel mit einer Drohne Kompositionen zu suchen, die fast schon abstrakt wirken. Oder Bewegungsunschärfe bei Wasser oder Menschen gezielt einzusetzen, um einem Bild mehr Dynamik und Energie zu geben, anstatt alles gestochen scharf einzufrieren.
Was machen viele hier falsch?
Viele warten auf perfekte Bedingungen. Einige meiner stärksten Bilder sind bei schlechtem Wetter, an unscheinbaren Orten oder in Momenten entstanden, die ich fast verpasst hätte. Das beste Licht taucht selten genau dann auf, wenn man es plant und die spannendsten Szenen passieren oft dort, wo man sie nicht erwartet. Der einzige Weg, solche Momente mitzuerleben, ist möglichst oft draussen zu sein, offen zu bleiben und weiter zu fotografieren. Manchmal entsteht genau daraus ein Bild, das man niemals hätte planen können.
TOM'S EQUIPMENT
Mit welchem Setup arbeitest du aktuell und warum?
Ich arbeite hauptsächlich mit der Canon R5 beziehungsweise der R5 Mark II. Beide Kameras liefern sowohl bei Fotos als auch bei Video auf sehr hohem Niveau ab, ohne dass ich dafür zwei separate Systeme brauche. Dazu kombiniere ich meistens ein 24–70mm f/2.8 und ein 70–200mm f/2.8. Mit diesen beiden Objektiven decke ich fast alles ab, was gerade auf Reisen extrem wichtig ist.
Wenn du nur ein Objektiv verwenden dürftest, welches wäre es?
Ganz klar das 24–70mm f/2.8. Damit kann ich Porträts, Landschaften und fast alles dazwischen fotografieren. Wahrscheinlich entstehen rund 95 Prozent meiner Bilder genau in diesem Brennweitenbereich.
Welche Funktionen deiner Kamera nutzt du am häufigsten und in welchen Situationen?
Vor allem das Eye Tracking, besonders bei Wildlife Aufnahmen. Das Subject Tracking der aktuellen Canon Kameras ist mittlerweile extrem stark. Dadurch kann ich mich viel stärker auf Bildaufbau und Timing konzentrieren, statt permanent manuell den Fokus nachzuführen.
Welche Accessoires nutzt du regelmässig und warum?
Sehr oft nutze ich Polfilter in Kombination mit Black Mist Filtern. Die Polfilter intensivieren Farben und reduzieren störende Spiegelungen auf Wasser oder anderen Oberflächen. Der Black Mist Filter sorgt zusätzlich für einen leicht weichen, atmosphärischen Look, der sehr gut zu meinem Bildstil passt. Und natürlich arbeite ich auch regelmässig mit Drohnen, weil sie Perspektiven ermöglichen, die einen Ort komplett anders wirken lassen und oft extrem spannende Resultate liefern.
Wenn du dein Setup in einem Satz beschreiben müsstest, wie würde er lauten?
Leicht, vielseitig und darauf ausgelegt, ständig unterwegs zu sein.
Tom's Kameras
Tom's Objektive
ÜBER TOM FÄHNDRICH
Wofür bist du bekannt bzw. was zeichnet deine Arbeit aus?
Meine Arbeit bewegt sich vor allem im Bereich Travel, Landschaft und visuelles Storytelling. Ein grosser Fokus liegt dabei auf lebendigen, ausgewogenen Farben und einem echten Gefühl für den Ort. Menschen sollen meine Bilder nicht nur anschauen, sondern die Atmosphäre eines Ortes spüren können.
In welcher Art Fotografie fühlst du dich am wohlsten? Warum?
Ohne Zweifel in der Reise und Landschaftsfotografie. Dort kann ich zwei Dinge verbinden, die für mich sowieso untrennbar sind: die Welt entdecken und sie gleichzeitig dokumentieren. Mein Ziel war es schon immer, die aussergewöhnlichsten Orte der Welt aus meiner eigenen Perspektive festzuhalten.
Was war ein prägender Moment in deiner Fotografie Karriere?
Meine erste längere Backpacking Reise durch Südostasien. Jeden Tag in komplett unterschiedlichen Landschaften und Kulturen zu fotografieren, hat meine Technik extrem schnell weiterentwickelt, meinen Bildstil geprägt und mir gezeigt, dass Reisen und Fotografie für mich untrennbar zusammengehören.
Was beschäftigt / inspiriert dich fotografisch gerade am meisten?
Vor allem zwei Dinge. Einerseits Wildlife Fotografie, besonders in Afrika, weil sie perfekt zu meiner Landschaftsfotografie passt. Andererseits der kommerzielle Bereich, also Content Produktionen für Hotels, Reiseunternehmen und Hospitality Brands, bei denen kreatives Storytelling und Marketingziele sinnvoll zusammenkommen.
Was inspiriert dich ausserhalb der Fotografie?
Cinematische Videos. Auf jeder Reise merke ich mehr, wie sehr mich neben Fotos auch Bewegung, Sound und Rhythmus faszinieren. Dadurch entsteht eine ganz andere Möglichkeit, die Stimmung und Geschichte eines Ortes zu transportieren.
Connecte mit Tom
🌍 Website























