Fotograf Cemil hat die neue Canon EOS R5 Mark II auf eine einmonatige Reise durch Indonesien begleitet. Dabei war er mehrere Tage im Dschungel unterwegs, begegnete freilebenden Orang-Utans, bestieg aktive Vulkane und dokumentierte Menschen und Kulturen dieses faszinierenden Inselstaats. In diesem Beitrag teilt er zunächst seine Eindrücke von der Canon EOS R5 Mark II im Praxiseinsatz – von Autofokus über Handling bis zur Bildqualität.

Anschliessend nimmt er uns in fünf Geschichten mit auf seine Reise. Sie erzählen von intensiven Begegnungen mit Mensch und Tier, rauen Landschaften und der grossen Vielfältigkeit Indonesiens. Dazu hat Cemil eine eindrucksvolle Bildstrecke zusammengestellt, die zeigt, welches Potenzial in der Canon EOS R5 Mark II steckt und wie wirkungsvoll Bilder Geschichten erzählen können.

 

5 Fragen zur Canon EOS R5 II

1. Cemil, du hast die neue Canon EOS R5 II mit auf eine Reise durch Indonesien genommen. Dabei hast du unter anderem mit ihr den dichten Dschungel in Sumatra auf der Suche nach Orang Utans erkundet und bist mit der Kamera auf die zwei bekanntesten Vulkane auf der Insel Java gestiegen. Was war dein erster Eindruck der Kamera? Wie hat sie sich auf deiner Reise geschlagen? 

Die Kamera hat sich auf Anhieb sehr vertraut angefühlt. Das Handling und die Knöpfe sind dort, wo ich sie kenne und schätze. Und auch das Menü ist unverändert übersichtlich und einfach zu bedienen wie ich es von Canon gewohnt bin.

Die höhere Auflösung gegenüber meiner Canon EOS R6 Mark II und der verbesserte AF sind mir ebenfalls sofort aufgefallen. Als ich die ersten Fotos auf der Kamera überprüfte, überkam mich jeweils eine Begeisterung für die eingefangenen Details. Man kann die Fotos in der Postproduktion noch extrem stark zuschneiden und die Qualität und Details bleiben super erhalten. Bis anhin war ich davon überzeugt, dass mir die 24 Megapixel ausreichen, muss aber nun doch sagen, dass ich die höhere Auflösung nicht mehr missen möchte.

 

2. Du fotografierst nun seit einem Jahr mit der Canon EOS R6 II als deine Hauptkamera. Wie hat sich der Wechsel auf die Canon EOS R5 II angefühlt? Die grössten Unterschiede sind mit Sicherheit die höhere Auflösung und der leistungsstärkere Autofokus der Canon EOS R5 II. Wie haben sich diese in der Praxis bewährt? 

Der Umstieg ist mir sehr leicht gefallen. Ich hatte vor der Reise kaum Zeit, mich mit der neuen R5 II auseinanderzusetzen und habe mir im Anflug nach Indonesien noch meine bevorzugten Einstellungen programmiert. Es ging somit direkt ans Eingemachte und das hat glücklicherweise sehr gut funktioniert. Der grösste Unterschied, der mir am Body aufgefallen ist, ist der «Mode» Knopf im Gegensatz zum Mode-Wahlrad der R6 II. Persönlich gefällt mir das Wahlrad etwas besser, da ich physische Knöpfe bevorzuge und ich einfach daran gewöhnt bin und somit auch schneller mit umstellen bin. Das LCD habe ich öfters verwendet, um aus der Hüfte kurz meine Einstellungen zu prüfen, bevor ich mich auf das nächste Motiv stürzte. Und auch wenn ich einen Timelapse gemacht habe, war es sehr praktisch, wenn ich einfach  oben schnell auf dem Display schauen konnte, ob die Settings noch passen. Im Bereich Videografie hat die Canon EOS R5 Mark II spürbar zugelegt. Sie kann jetzt 8K-RAW-Videos intern mit bis zu 60fps aufnehmen und bietet deutlich mehr Videoformate, unter anderem die Möglichkeit, in C-Log2 aufzunehmen. Ausserdem verfügt sie über einen Full-Size HDMI-Ausgang, was besonders für Videograf*innen mit externem Monitor ein grosser Pluspunkt ist. Zudem ist es nun möglich während der Videoaufnahme gleichzeitig auch noch JPEG Fotos aufzunehmen. Somit verpasst man keine wichtigen Momente mehr.

3. Auf deiner Reise wurde dein Equipment durch starken Regen, feinen Vulkanstaub, aggressive Schwefeldämpfe und eine extrem hohe Luftfeuchtigkeit auf die Probe gestellt. Neben der Canon EOS R5 II hattest du das RF 24-70mm, das neue RF 70-200mm sowie das RF 100mm Macro dabei. Haben alle Kameras und Objektive diese Herausforderungen unbeschadet überstanden, und welche Erfahrungen hast du damit gesammelt? 

Ja, in der Tat musste mein Equipment auf dieser Reise einiges durchmachen. Vor allem im Dschungel in Sumatra war die Luftfeuchtigkeit sehr hoch und wir waren öfters sehr starkem Regen ausgesetzt. Trotzdem hatte ich die Kamera stets griffbereit damit ich sofort reagieren konnte sobald ein Orang-Utan oder sonstige Tiere auftauchten. Am Mount Bromo musste die Kamera dann starke Winde und heftige Sandstürme aushalten und auf dem Mount Ijen kamen dann noch Schwefeldämpfe aus dem aktiven Vulkan dazu. Zum Abschluss auf Bali erwartete uns tagsüber grosse Hitze – doch auch damit kam mein Equipment problemlos zurecht. Ich hatte auch nie Probleme mit Overheating. Muss aber dazu sagen, dass ich in 4K und 50fps jeweils nur kurze Clips von ca. 60 Sek. bis 4 min am Stück aufgenommen habe. Längere Sachen über 10 min wie z.B. ein Interview würde ich sowieso immer mit 25fps aufzeichnen.

 

4. Orang-Utans sind unberechenbar und können sich innert Sekunden von 15 auf 1 Meter durch den dichten Dschungel annähern. Du hattest nicht nur das Glück, ein grosses Alphamännchen zu beobachten, sondern auch eine Mutter mit ihrem Nachwuchs. Wie hat sich der Autofokus in diesen Situationen bewährt? Hast du eine bestimmte Einstellung verwendet? 

Der Autofokus hat sich nochmals spürbar verbessert und funktioniert beim Fotografieren sowie auch beim Filmen einwandfrei. Besonders gemerkt habe ich es in schwierigen Lichtsituationen wie starkem Gegenlicht oder in Lowlight-Situationen. Auch die Motiverkennung (Mensch, Tier, Fahrzeug etc. ), das Tracking und die Augenerkennung arbeiten viel präziser und der Fokus haftet zuverlässiger auf dem Motiv. Beim Fotografieren nutzte ich meist den Servo AF-Modus, um schnell bewegende Tiere scharf zu erfassen. Bei unbeweglichen Motiven wie z.B. Landschaften und Gebäude stellte ich auf One-Shot AF-Modus um. Wenn sich die Affen hinter Ästen und dichten Blättern verbargen oder sich schnell hin und her bewegten, wählte ich den Spot-AF und das kleinstmögliche Messfeld. So konnte ich das AF-Messfeld präzise auf das gewünschte Motiv legen und problemlos an Hindernissen vorbeifilmen und -fotografieren. Ich filmte mit kontinuierlichem Autofokus und schaltete auf manuellen Fokus um, sobald das Tier scharfgestellt war. So verhinderte ich das Nachpumpen des Fokus oder dass er plötzlich auf die Blätter im Vordergrund fokussierte. Dafür habe ich die AF-taste extra so programmiert, dass sie den kontinuierlichen Fokus bei Bedarf sofort stoppte. 

 

5. Auf deiner Reise warst du oft schon früh morgens und spät abends unterwegs, etwa um stimmungsvolle Sonnenaufgänge am Vulkan oder das mystische Dschungellicht einzufangen. Gerade im Dschungel war es oft sehr dunkel, da die dichte Vegetation nur wenig Licht durchlässt. Wie zufrieden warst du mit der Leistung der Canon EOS R5 II bei schlechten Lichtverhältnissen? Konntest du ISO-Werte höher einstellen, ohne dass die Bildqualität darunter gelitten hat?  

Die Canon EOS R5 Mark II kommt gut mit Low-Light-Situationen zurecht. Allerdings bevorzuge ich hier die R6 Mark II, da sie insgesamt ein leicht rauschärmeres Bild bei sehr hohen ISO-Werten über 6400 liefert, während die R5 Mark II dafür in schlechten Lichtverhältnissen den schnelleren und präziseren Autofokus bietet und Motive zuverlässiger erkennt. Bei korrekt belichteten Fotos und minimaler Schattenaufhellung ist das Rauschen aber kein Problem.

 

 

Fünf Geschichten aus Indonesien

Cemil hat auf seiner Reise durch Indonesien einiges erlebt. Fünf Geschichten hat er uns gemeinsam mit eindrucksvollen Bildern mitgebracht. Die Aufnahmen zeigen nicht nur die beeindruckende Bildqualität der Canon EOS R5 Mark II, sondern auch das kreative Potenzial, das in ihr steckt.

 

Story 1
Bukit Lawang: Ein Dorf, das dem Waldmenschen gewidmet ist

Am ersten Tag in Bukit Lawang haben wir direkt nach dem Einchecken in unser Bungalow die Koffer abgestellt und sind mit der Kamera losgezogen, um die Umgebung zu erkunden. Das Dorf wirkte unglaublich entspannt – fast schon entschleunigt. Keine grossen Strassen, viel Natur, Hängematten und Dschungelgeräusche. Es war Low Season, und ausser uns waren kaum Touristen da. Nur etwa zwei Restaurants hatten geöffnet, und oft hatten wir das Gefühl, komplett allein zu sein. In diesem kleinen Dörfchen merkte man schnell, dass es vom Tourismus lebt – auch wenn gerade kaum jemand da war. Entlang der engen Gassen reihten sich kleine Souvenirläden aneinander. Besonders auffällig und auch nicht sonderlich verwunderlich: Überall drehte sich alles um den Orang-Utan. Gemälde, Holzschnitzereien, T-Shirts und Schlüsselanhänger – alle mit dem ikonischen roten Waldmenschen als Hauptmotiv. Es war, als sei der Orang-Utan hier nicht nur Tier, sondern Symbol, Aushängeschild und Herz des Ortes zugleich. Die Einheimischen begegneten uns mit offenheit und einem ehrlichen Lächeln. Überall spielten Kinder und badeten im Fluss Bohorok, der direkt durch Bukit Lawang fliesst. Auch sehr beliebt, ist das „tubing“, wo sich die Kinder auf schwarzen Reifen flussabwärts treiben lassen. Und einige Jungs standen mit selbstgebauten Angelruten am Fluss und fischten.

 

Story 2
Fünf Tage im Dschungel mit Orang-Utans

Bukit Lawang ist nicht nur ein charmantes Dörfchen – es gilt auch als einer der beliebtesten Ausgangspunkte für ein Dschungel-Trekking im Gunung-Leuser-Nationalpark. Auch wir haben uns für eine Tour entschieden und starteten am nächsten Morgen unser kleines Abenteuer. Wir waren noch keine Stunde unterwegs, als unser Guide plötzlich stehen blieb und uns mitteilte, dass gerade ein Orang-Utan gesichtet wurde von einer anderen Trekking-Gruppe. Aufgeregt, aber leise, folgten wir ihm ein paar Minuten den Hang hinauf – und da war er. Oder eben halt nicht. Als wir am Ort ankamen, war die anfängliche Begeisterung schnell etwas verflogen. Der Orang-Utan lag sehr weit oben in den Bäumen – kaum sichtbar und offenbar mitten in seiner Siesta. Rundherum drängten sich bereits etwa fünf andere Gruppen mit insgesamt etwa 15 Personen. Nach etwa 40 Minuten geduldigem Warten beschlossen wir schliesslich weiterzugehen – die Tour hatte ja gerade erst begonnen und vor uns lagen noch einige Stunden wandern. Zurück auf dem Hauptpfad bat uns unser Guide kurz zu warten und die anderen Gruppen an uns vorbeizulassen. Warum, sagte er nicht. Wir nutzten die Pause, um Elektrolyten ins Wasser zu mischen, ein paar Produktfotos vom Rucksack zu schiessen. Unser Guide, Bim, zündete sich entspannt in einer tiefen Squat-Position eine Zigarette an. Es sollte nicht die letzte bleiben auf dieser fünftägigen Trekkingtour.

Dann ging plötzlich alles ganz schnell. Unser jüngerer Guide, Ali, winkte uns hektisch zu: „Los, jetzt schnell! Der Orang-Utan ist vom Baum runtergekommen! Lasst den Rucksack hier, nehmt nur die Kamera mit – und seid leise.“, flüsterte er. Also griff ich nur die Kamera und wir rannten den Hügel hinunter. Das letzte Stück kletterten wir den kleinen Hang wieder hoch und da sahen wir ihn. Direkt vor uns, auf einem niedrigen Baum sass der grosse Orang-Utan ganz entspannt und frass Blätter. Keine anderen Gruppen, nur wir drei, ganz still. Es handelte sich hier um ein sehr seltenes Alpha-Männchen, welches seit zwei Monaten von niemanden mehr gesichtet wurde. Das war ein wunderschöner und unvergesslicher Moment voller Euphorie. Danach sind wir mit voller Motivation und einem breiten Grinsen weitergewandert.

In den nächsten Tagen sahen wir noch viele weitere Orang-Utans, darunter auch eine Mutter mit ihrem Nachwuchs. Makaken begegnet man im Dschungel immer wieder einmal und sie sind nicht gerade scheu. Bei einem Mittagessen klauten sie uns kurzerhand den ganzen Bund Bananen von unserem Fruchtteller, den unser Guide Ali liebevoll zubereitet hat. Als ich den Affen verfolgte, um ihn zu filmen wie er gierig eine Banane nach der anderen in sich hineinstopfte, schnappte sich in der Zwischenzeit ein anderer Affe mein ganzes Nasi Goreng. Das wars dann mit meinem Mittagessen. Ein ziemlich lustiger und hektischer Moment, den wir so schnell nicht mehr vergessen werden. Ausserdem haben wir Thomas-Leaf Affen gesehen und entdeckten auch Schildkröten, bunte Frösche, riesige Waldameisen und sogar einen Eisvogel. Weniger angenehm war die Bekanntschaft mit den Blutegeln: Sie waren erstaunlich schnell und saugten sich innerhalb von Sekunden an der Haut fest. Täglich hatten wir ein bis zwei davon, meist an den Fussknöcheln. Unsere beiden Guides haben sich jeweils köstlich amüsiert, wenn sie gesehen haben, dass wir wieder mit den Blutsauger zu kämpfen hatten.

 

Story 3
Mystische Stimmung auf dem Mount Bromo

Unser nächstes Ziel war der Mount Bromo. Er ist einer der bekanntesten und zugleich aktivsten Vulkane Indonesiens. Nach einer siebenstündigen Autofahrt erreichten wir am Abend das kleine Dorf Cemoro Lawang. Kaum aus dem Auto ausgestiegen, traf uns die Kälte wie ein Schlag – im Vergleich zum feuchtwarmen Dschungel fühlten sich die etwa 10 Grad eisig an. Auch unser Hotelzimmer war kalt, und selbst die Dusche brachte kaum Wärme. Die nächsten zwei Tage habe ich mich dick in Pullover und Windbreaker eingepackt. Wir hatten uns schon riesig auf den Sonnenaufgang vom Mount Penanjakan gefreut, da wir vor der Reise schon viele schöne Bilder und Videos gesehen haben. Leider hatten wir an beiden Tagen Pech mit dem Wetter: dichter Nebel versperrte uns die Sicht auf den Bromo. Das Wetter war sehr wechselhaft. Von Nebel zu heftigen Stürmen, die einem den Sand ins Gesicht peitschten bis hin zu Regen, Sonne und sogar einen Regenbogen hat es uns alles geboten. Trotz der fehlenden Aussicht herrschte am Morgen jeweils eine mystische Stimmung und wir konnten ein paar stimmungsvolle Fotos von den Einheimischen machen wie sie mit ihren Pferden durch die surreale Landschaft zogen.

 

Story 4
Ijen: ein Vulkan mit vielen Facetten

Der Aufstieg zum Ijen war sehr steil und anstrengend. Der Weg schlängelte sich in engen Kurven auf den 2600 m hohen Berg hinauf. Die Wanderung dauerte ca. 1.5 Stunden. Oben angekommen, wurden wir dann mit einem atemberaubenden Blick auf den türkisfarbenen Kratersee belohnt. Er wird von Experten oft als das grösste Säurefass der Welt bezeichnet. Es war unglaublich windig und schon ziemlich rasch spürten wir die beissenden Schwefeldämpfe in der Nase, die stark nach verfaulten Eiern riechen. Jetzt wurde uns klar, warum wir von unserem Guide eine Atemmaske bekommen haben. Wenn der Wind drehte und wir plötzlich von einer dichten Gaswolke umhüllt waren, schmeckten wir trotz Schutzmaske mit jedem Atemzug die giftigen Dämpfe, es brennte in den Augen und reizte die Lungen.

Der Ijen-Vulkan ist berühmt und berüchtigt. In seinem Krater bauen Arbeiter Schwefel ab. Es heisst, sie hätten einen der giftigsten und härtesten Jobs der Welt. Mit schweren Eisenstangen brechen sie den Schwefel aus der Kraterwand heraus und schleppen ihn in Bambuskörben, die bis zu 80 Kilogramm(!) wiegen, den steinigen Pfad bergauf zum Kraterrand. Dann heisst es umladen und dann noch einmal zwei Stunden mit der Karre bergab zur Sammelstation. Die giftigen Dämpfe sind dabei ständiger Begleiter – oft schutzlos, oft ohne Masken und nur mit einem nassen Tuch ums Gesicht gewickelt. Nicht selten kommt es vor, dass ein Arbeiter durch die extreme körperliche Belastung und die Schwefeldämpfe für kurze Zeit das Bewusstsein verliert. Der Schwefel hält ihre Familien am Leben, und zugleich tötet er sie – langsam, Tag für Tag. Ihre Lebenserwartung liegt gut 15 Jahre unter dem Durchschnitt der Bevölkerung Javas – bei nur 50 Jahren. Im Dorf werden die Minenarbeiter „starke Männer“ genannt. Sie werden hoch angesehen. Für diesen Knochenjob verdienen sie kaum mehr als einen Hungerlohn, am Ende des Tages gehen nur wenige mit mehr als sechs Franken nach Hause. Der Schwefel wird in der Kosmetikindustrie und bei der Bleichung von Zucker weiterverarbeitet. 

Nach etwa fünf Stunden auf dem Vulkan dann ein letztes Foto, ein letzter Blick auf den türkisfarbenen Kratersee. Der Rückweg ins Tal zog sich endlos. Erst jetzt wurde uns wieder bewusst, wie weit und steil der Aufstieg gewesen war. Kurve um Kurve, Schritt um Schritt kämpften wir uns mit schweren Beinen bergab zurück bis zum Jeep. Und obwohl es anstrengend war und der Schädel leicht brummte von den ganzen Schwefeldämpfen, haben wir uns etschieden, die gleiche Tour am nächsten Tag zu wiederholen.

 

Story 5
Bali: von absoluter Stille zu aufregenden Begegnungen

Auf Bali besuchten wir verschiedene Wasserfälle, Reisterrassen und den bekannten Monkey Forest in Ubud. Zufällig waren wir genau zu der Zeit dort, als Nyepi gefeiert wurde – der balinesische Tag der Stille, der höchste hinduistische Feiertag auf Bali und in ganz Indonesien. Am Tag davor fanden auf den Hauptstrassen karnevalsähnliche Umzüge statt, bei denen riesige Ogoh-Ogoh genannte Puppen durch die Dörfer getragen wurden, die böse Geister symbolisieren. Nyepi selbst beginnt um 6 Uhr morgens und dauert 24 Stunden. Während dieser Zeit gelten strenge Regeln: absolute Stille, Fasten, kein Vergnügen, Reiseverbot, Verlassen des Hauses verboten – auch für Touristen – sowie ein Verbot von Arbeit, Feuer und Licht. Da wir unser Hotel nicht verlassen durften, haben wir uns am Tag zuvor grosszügig mit Snacks eingedeckt. Es war spannend, diese besonderen Festlichkeiten einmal mitzuerleben. Ansonsten liessen wir es auf Bali eher ruhig angehen, genossen gutes Essen und gönnten uns ein paar entspannende Massagen.

 

  • Über Cemil


    Cemil ist ein Fotograf, Videograf und Drohnenpilot aus der Schweiz. Als vielseitiger Allrounder im Bereich Content Creation begeistert er mit einer Vielzahl von Motiven und setzt diese mit Kreativität und technischem Know-how in Szene. Seine Leidenschaft zur Fotografie hat ihn vor 10 Jahren gepackt und seither nicht mehr losgelassen. 


    Ein grosser Teil seiner Arbeit konzentriert sich auf den Tourismussektor, wobei Zürich im Mittelpunkt steht. Er hat eine besondere Affinität für diese Stadt und ihre zahlreichen Facetten, die er durch seine Linse einfangen und hervorheben möchte.


     


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