
Mavic 4 - Ein Erfahrungsbericht von Stefan Lehmann
Als Berufsfotograf aktualisiere ich all meine Werkzeuge regelmässig. Die originale Mavic 3 hat sich jedoch vier Jahre lang ihren Platz als „grosse Drohne“ in meinem Kit gesichert. Warum ich jetzt auf die Mavic 4 Pro "upgrade", erzähle ich dir in diesem Artikel.
Die Multikopter von DJI erleichtern mir mein Leben als dokumentarischer Dienstleister enorm. Wann immer es nicht in Strömen regnet, kann ich meinen Kunden einen beeindruckenden Blick von oben auf das Geschehen bieten. Für mich ist eine Fotodrohne einfach eine weitere Kamera, die ich sowieso dabeihabe. Das war aber nicht immer so. Mein Einstieg in die Fliegerei war holprig. Wenn du diesen Teil überspringen möchtest, lass den nächsten Abschnitt aus.
🚁 Wie ich Multikopter-Pilot wurde
Es war wohl um 2015. DJI Multikopter waren noch weiss und hiessen Phantom. Das war spannend und auch unangenehm. Dieses durchdringende Surren – da war jetzt also dieser über eintausend Schweizerfranken teure Flugroboter fünf Meter in der Luft. Leisten konnte ich sie mir eigentlich nicht, es war mein erstes Jahr mit der Hochzeitsfotografie. Mein Honorar ging für ein eigenes Canon 70-200mm Teleobjektiv drauf. Aber so eine DJI Drohne musste ich schon auch haben. Also flog ich mal hier, mal dort – sehr unsicher und stets mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass ich da sehr viel Geld in der Luft umherbewege. Scheinbar habe ich auch mein ganzes fotografisches Können vergessen. Meine ersten Bilder aus der Luft sind nur durch die neue Perspektive spannend. Videoschnitt war damals noch eine Fremdsprache.
Ich habe den Multikopter nach einigen Monaten auch wieder verkauft. Ich fand es einfach zu anstrengend, mich dauernd irgendwo zu rechtfertigen, wieso ich flog und ob ich fliegen durfte. Gesetze und Lizenzen gab es damals noch nicht wirklich. Als dann die erste Mavic vorgestellt wurde, kam bei mir keine richtige Freude auf – ich habe mir keine gekauft. Mein Respekt vor dem Fliegen mit Kameradrohnen war zu gross. Bis dann ein Arbeitskollege eine hatte, die er selten benutzte, und meine Kunden öfter mal nach Drohnenaufnahmen gefragt haben.
Irgendwann um 2021 bin ich bei der originalen Mavic 3 gelandet, und die war dann tatsächlich mit ihrem 1 Zoll Sensor für vier Jahre perfekt. Mit den zunehmend strengeren Gesetzen bezüglich der Grösse / Abfluggewicht der Drohnen, gesellte sich eine DJI Mini 3 Pro dazu. Diese konnte man mit der „kleinen“ A1/A3 Drohnenprüfung fast überall fliegen. Und die Mavic 3 blieb dann sogar immer öfter im Büro.
🎚️Technische Daten
Warum die Mavic 4 Pro?
DJI veröffentlicht regelmässig neue Multikopter und das ist super für die, die keine haben. Die, die eine haben können prüfen, ob die neuen Features nötig sind. Nötig oder spannend. Nicht jeder Kauf muss nötig sein, das Fliegen mit einer Kameradrohne macht Spass. Wenn nun die Drohne Teil des Firmeninventares ist, sollte man aber sicher ein paar Überlegungen zur Wirtschaftlichkeit anstellen. Daher fasse ich nachfolgend meine Überlegungen für die Mavic 4 Pro zusammen. Ich gehe nachfolgend im Detail auf die genannten Punkte ein.
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📷 Kamera-System mit drei unterschiedlichen Brennweiten
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🎥 Hauptkamera mit 6k Video
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🔄 Gimbal mit vertikaler Rotation
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📡 Stabilere Videoübertragung
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🎮 Neue Fernbedienung mit drehbarem Display
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⏱️ Verlängerte Flugzeit
📷 Kamera System
Das Kamera-System ist der Hauptgrund für meinen Wechsel. Meine Mavic 3 in der Original-Ausführung hatte keine brauchbare Tele-Brennweite. Lediglich eine Art Fernglas-Modus mit geringer Auflösung, um zu beurteilen, ob man hinfliegt. Zwar nützlich, aber nicht wirklich verwertbar. Die Mavic 4 Pro bietet nun die aktuell beste Kombination aus Brennweiten und Sensoren:
| Sensor | Auflösung (Foto) | Brennweite | Auflösung (Video) | |
| Hauptkamera | 4/3 Zoll | 100MP | 28mm | 6k 60fps HDR, 4k 120fps |
| Mittlerer Sensor | 1/1.3 Zoll | 48MP | 70mm | 4k 120fps |
| Telekamera | 1/1.5 Zoll | 50MP | 168mm | 4k 100fps |
Die Hauptkamera ist sensationell gut und die 6k Auflösung machen den mittleren Sensor für mich ein wenig obsolet, jedenfalls beim Aufnehmen von Videomaterial. Adobe Lightroom speichert die Bilder Kameras mit jeweils separaten Metadaten. So kann man in der Bearbeitung prima nach der jeweiligen Kamera filtern. Grundsätzlich ist der 2.5x Zoom aber trotzdem brauchbar, besonders, wenn ich mich umsehe. Das Fliegen mit aktivem 6x Zoom, also 168mm fühlt sich jeweils etwas unvorhersehbar an, da sich die Drohne viel schneller bewegt, als man es auf dem Display wahrnehmen kann. Dabei hilft ein wenig die Live-Vorschau der Sensorkameras, die auch Zusammenstösse verhindert. Trotzdem fliege ich sicherheitshalber lieber ohne Zoom mit 28mm auf der Hauptkamera.
🔄 Gimbal mit vertikaler Rotation
Ich erstelle oft Inhalte für Websites, Querformat-Videos und für Social Media. Und die meisten kennen die Thematik, Hochformat Videos sind praktisch. Je nach Produktionsumfang oder persönlichem Geschmack ist ein seitlich Drehbarer Gimbal sehr nützlich.
Der Neigungswinkel im vertikalen Modus ist auf 10° beschränkt, da hätte ich mir etwas mehr Spielraum gewünscht. Die Möglichkeit mit der 6k Hauptkamera aber nativ in vertikaler Ausrichtung zu filmen ist aber schlichtweg sensationell. Und es funktioniert so simpel.
Über die Buttons auf der Rückseite der Fernbedienung kann man in der Standardkonfiguration den Gimbal direkt drehen und kippen und mit dem Schulterrad justieren. Das geht bereits nach einigen Flügen ohne zu studieren. So kann man sehr effizient Aufnahmen in mehreren Ausrichtungen anfertigen. Gerade wenn man in einem zeitlich exakten Flugfenster fliegen muss ist das ein sehr willkommenes Feature.
📡 Stabilere Videoübertragung
In der Schweiz dürfen generell nur auf Sicht fliegen. Das schränkt die Flugdistanz sowieso schon einmal ziemlich ein und die maximale Distanz, die DJI angibt ist im Flugalltag hierzulande sowieso nicht relevant. Trotzdem gab es Situationen, in denen ich bei der Mavic 3 schon früh Störungen in der Bildübertragung hatte. Gerade mit Interferenzen in Industriegebieten oder auch, wenn ich schon nur unter dem Kofferraumdeckel etwas Schatten gesucht habe. Bei der Mavic 4 ist das nun spürbar stabiler. Ein willkommenes und angenehmes Update.
🎮 Neue Fernbedienung mit drehbarem Display
Bei den Fernbedienungen hat sich DJI genauso innovativ weiterentwickelt, wie bei den Fluggeräten selbst. Ich bin jemand, der sein Handy ungerne während des Fliegens blockiert. Gerade in der beim Drohnenflug für geschäftliche Aufträge ist man oft in einem aktiven Anruf mit jemandem, der einen bei der Flugraum-Überwachung unterstützt. Die RC2 ist bereits eine sehr fortschrittliche Fernbedienung, welche ich sehr empfehlen kann. Jedoch ist die RC Pro 2 mit drehbarem 7 Zoll Mini-LED Display nochmals ein gutes Stück komfortabler und macht zusammen mit dem drehbaren Gimbal absolut Sinn. Das Display ist schön gross, auch im Sonnenlicht gut ablesbar und man muss keine Joysticks mehr aufschrauben, da man die Fernbedienung einfach zusammenklappen kann.
⏱️ Verlängerte Flugzeit
Mehr Flugzeit ist mehr Flugzeit. So braucht es bei der Mavic 4 Pro schnell mal einen Akku weniger und ich habe sogar oft einfach nur einen Akku bei mir, da ich auf Eventreportagen selten länger als eine halbe Stunde brutto fliege. Der neue Akku hält bis 51 Minuten, das ist genial. Zudem kann man den Akku einfach über den USB-C Port an der Mavic 4 Pro etwas nachladen oder natürlich auch ganz aufladen. Auch mit einer passenden Powerbank.
🤔 Was gefällt mir nicht so?
Der vertikale Modus ist bezüglich der Mobilität des Gimbals ein wenig überbewertet. Wenn ich nicht zu weit wegfliegen kann und im vertikalen Modus nach unten filmen möchte, geht das nicht. Der Gimbal kann den Kamerakopf nicht mehr als 10° nach unten neigen. Am Anfang fand ich das ein wenig frustrierend. Mittlerweile ist es aber dank der 6k Auflösung der Hauptkamera nicht mehr weiter tragisch, da ich Aufnahmen mit hohem Neigungswinkel nach unten einfach quer filme. Durch die hohe Auflösung kann ich Aufnahmen für Reels und Stories ohne Probleme aus dem Querformat zuschneiden. Die vertikale Drehung des Gimbals hat sich aber mittlerweile als nützlich erwiesen. Gerade wenn ich von weiter weg, mit der 6x Zoom-Kamera etwas zeigen möchte und einen eben eher untypischen Drohnen-Look zu erhalten.
✅ Fazit
Es ist bereits am vorherigen Abschnitt erkennbar. Das Einzige, was mir an der Drohne nicht so gefällt ist ein verschwindend kleiner Punkt auf der riesigen Feature-Liste, welche die Mavic 4 Pro mit sich bringt. Der Preis ist definitiv fair. Besonders, wenn man sie für den beruflichen Einsatz benutzt. Privat ist es sicher an der oberen Grenze, aber da gibt es viele andere, sehr gute Drohnenmodelle von DJI, die sich ebenso eigenen. Hier würde ich dir die DJI Mini Pro wärmstens empfehlen. Die Zertifizierung und Gesetze sind bei den Fluggeräten unter 250 Gramm auch nicht ganz so streng. Fliegen macht mit allen DJI-Drohnen Spass, die Hilfssysteme arbeiten hervorragend und so sind auch nach wenigen Übungsflügen spannende Kameraschwenks möglich. Wenn du tiefer in das Thema eintauchen möchtest, sieh dich bei unseren Kursangeboten nach dem nächsten Drohnenkurs um.




























