First Light mit dem Seestar S50 Pro

Ein Tag mit dem Seestar S50 Pro

Das Seestar S50 Pro traf am Morgen ein und natürlich mit den passenden Wolken. Kaum war das Teleskop da, sah der Himmel erst einmal nicht danach aus, als würde ich es in nächster Zeit testen können.Glücklicherweise versprach die Wettervorhersage für wenige Tage später einen klaren Nachmittag und sogar eine klare Nacht. Also hiess es: abwarten und hoffen.

Das Warten hatte sich gelohnt. Der Himmel klarte tatsächlich auf und ich konnte das S50 Pro zum ersten Mal ausprobieren. Für den ersten Test lag das Naheliegendste direkt vor mir: die Sonne. Ich schaltete das Seestar ein, setzte den mitgelieferten Sonnenfilter auf und machte meine erste Aufnahme. Das Ergebnis hat mich für einen ersten Versuch ziemlich überrascht. Für die «Sun of the Day»-Serie war das auf jeden Fall ein gelungener Start.

Doch das eigentlich interessante Ziel lag noch vor mir. Sobald die Sonne unterging, wollte ich das S50 Pro unter einem richtigen Sternenhimmel ausprobieren.

Nach Sonnenuntergang fuhr ich deshalb zu einem meiner üblichen Astrofotografie-Spots. Während ich dort normalerweise einiges an Zeit mit dem Aufbau meiner Ausrüstung verbringe, war das S50 Pro erstaunlich schnell einsatzbereit. Aufstellen, ausrichten und das gewünschte Objekt auswählen – und schon konnte es losgehen.

Als erstes Ziel wählte ich M13, den Kugelsternhaufen im Sternbild Herkules. Das S50 Pro begann mit der Aufnahme, während ich daneben meine übliche Astrofotografie-Ausrüstung aufbaute.

Während ich noch mit meinem eigenen Setup beschäftigt war, arbeitete das S50 Pro bereits. Als ich mit meinem Aufbau fertig war, hatte ich auf dem Display schon eine wirklich schöne Aufnahme von M13. Allerdings waren auch einige Satellitenspuren zu sehen. Bei einem Blick auf das Ergebnis war deshalb schnell klar: Da geht noch etwas.

Ich wollte wissen, wie gut sich solche Probleme direkt mit dem S50 Pro lösen lassen. In den erweiterten Einstellungen fand ich schnell die passenden Optionen und aktivierte "Save All Frames" sowie "Aircraft Line Eliminating". Das Ergebnis war deutlich sauberer. 

Als nächstes wollte ich etwas anspruchsvoller werden und nahm mir M33, die Dreiecksgalaxie, vor.

Ich liess das S50 Pro für zwanzig Minuten aufnehmen. Viel Zeit ist das für Astrofotografie eigentlich nicht, doch die Galaxie war bereits erstaunlich gut zu erkennen und zeigte deutlich mehr, als ich bei einer so kurzen Aufnahmezeit erwartet hatte.

Leider blieb der klare Himmel nicht die ganze Nacht. Als langsam wieder Wolken aufzogen, wollte ich zumindest noch einen kurzen Blick auf die Plejaden werfen. Das S50 Pro konnte noch etwa zehn Minuten aufnehmen, bevor die Wolken endgültig die Oberhand gewannen. Viel mehr war an diesem Abend nicht mehr drin.

 

Also hiess es: alles zusammenpacken. Und natürlich setzte kurz darauf der Regen ein.

Mein erster Eindruck vom S50 Pro ist sehr positiv. Die Bedienung ist unkompliziert und trotzdem steckt erstaunlich viel Leistung in dem kompakten Teleskop. Gerade die Aufnahmen von M13 und M33 haben mich bei der kurzen Aufnahmezeit überrascht.

Für mich war dieser erste Test auf jeden Fall ein guter Einstieg – und ich bin gespannt, was mit dem S50 Pro bei der nächsten klaren Nacht noch möglich ist.

  • JOSÉ RODRIGUES

    Astronom und Astrofotograf

    Instagram: @joserodrigues.space
    Webseite: joserodrigues.space

    José Rodrigues lebt in der Schweiz und befindet sich im letzten Jahr seines Doktorats am Instituto de Astrofísica e Ciências do Espaço (IA) in Porto. Dort sucht er nach erdgrossen Exoplaneten und untersucht ihre Zusammensetzung. Seine Astrofotografien wurden viermal für das «Astronomy Picture of the Day» der NASA ausgewählt und unter anderem in National Geographic, Astronomy, Ciel et Espace und Astrosurf Magazine veröffentlicht. Mit Vorträgen, Workshops und privaten Beobachtungen teilt er seine Begeisterung für den Nachthimmel und setzt sich für einen dunkleren Himmel ein.