

Mein Name ist Claudio Thoma und ich arbeite nunmehr seit fünf Jahren als Sportfotograf für die renommierte Agentur Freshfocus. Meine Leidenschaft für die Fotografie im Sportbereich entwickelte sich aus meiner Ausbildung als Grafiker sowie meiner Zeit als Unihockey-Spieler. Diese Kombination weckte in mir nicht nur die Faszination für herausragende Bilder, sondern auch für die technischen Feinheiten, die zu ihrer Entstehung erforderlich sind.
Seit kurzer Zeit arbeite ich mit der neuen Sony Alpha 9 Mark III, die meine Arbeit auf ein neues Niveau hebt. Die verbesserte Haptik, die Möglichkeit der Bedienung mit Handschuhen und die intuitiven Kameraeinstellungen machen sie besonders geeignet für den Einsatz im Sportbereich. In diesem Bericht möchte ich meine ersten Eindrücke der Kamera mit euch Teilen und euch einen Einblick in den Arbeitsalltag eines Sportfotografen geben.


Jeder Tag bring neue Erlebnisse und Herausforderungen mit sich
Meine Arbeit umfasst ein breites Spektrum an Sportarten, darunter Eishockey, Fussball, Tennis und Handball. Zusätzlich zu meinen Tätigkeiten als Sportfotograf decke ich auch eine Vielzahl von Pressekonferenzen, Porträts und Reportagen ab. Zu meinen Kunden zählen Tageszeitungen, Sportvereine, Verbände, Sponsoren und einzelne Sportler.
Der Verlauf meines Arbeitstages wird massgeblich von den aktuellen Ereignissen im Sport bestimmt, wobei die meisten meiner Aufträge über die Agentur koordiniert werden. Ein wesentlicher Bestandteil meiner Vorbereitung liegt darin, die Situation und die involvierten Personen zu verstehen, sei es Spieler, Trainer oder neue Gesichter. Es gilt herauszufinden, welche Geschichten für mein Kunden relevant sind und am nächsten Tag in den Zeitungen abgedruckt werden. Auch die Sicherstellung der erforderlichen Akkreditierungen sowie die sorgfältige Materialvorbereitung, einschliesslich der Nutzung von Remote-Kameras, sind von entscheidender Bedeutung.
Um mich optimal auf ein Ereignis vorzubereiten, befinde ich mich in der Regel zwei Stunden vor Spielbeginn am Veranstaltungsort, insbesondere wenn es sich um ein Stadion handelt, das mir noch nicht vertraut ist. Dort reserviere ich meinen Platz, bereite die Metadaten vor und stelle sicher, dass die Internetverbindung reibungslos funktioniert.
Meine Bilder werden live verschickt, wobei bereits fünf Minuten nach Beginn eines Ereignisses erste Aufnahmen übermittelt werden. Bei einem Tor vergehen in der Regel nicht einmal zwei Minuten, bis die Bilder den Redaktionen zur Verfügung stehen. Die Auswahl meiner Bilder erfolgt direkt in der Kamera oder über Photo Mechanic. Wenn nötig, erfolgt eine leichte Bearbeitung in Lightroom, bevor ich sie über FTP übermittle.
Als Sportfotograf habe ich mich an einen eigenen Tagesrhythmus gewöhnt, der oft bedeutet, dass meine Arbeit beginnt, wenn andere bereits Feierabend machen und sich auf ein Spiel freuen. Nicht selten komme ich erst mitten in der Nacht nach Hause.


Die Sony Alpha 9 III - Vollgepackt mit der neusten Technologie
Die Auflösung von 24 Millionen ist ein Sweet Spot. Sie ermöglicht eine schnelle Arbeitsweise und kurze Übertragungszeiten wobei ein Zuschneiden noch immer möglich ist. Die 120 Bilder pro Sekunde in voller Auflösung bieten in einigen Sportarten die Gewissheit, den entscheidenden Moment festzuhalten. Ein Beispiel hierfür sind die Sportarten Leichtathletik, Turnen oder Snowboarden, in denen es darum geht, den exakten Augenblick einzufrieren, der über Sieg oder Niederlage entscheidet. Oft ist das Zeitfenster sehr kurz, und der Sprung wird nicht wiederholt. Hier zählt jeder Augenblick.
Bei den Einstellungen bin ich noch dabei, den optimalen Knopf zu finden, um die Funktion abzurufen, wenn sie benötigt wird. Der C5 Knopf bietet sich dafür an aber es könnte auch ein anderer sein. Alle Tasten, einschliesslich jener am Objektiven können mit spezifischen Funktionen belegt werden. Ein Beispiel dafür wäre das Auslösen meiner Remote-Kameras.
Eine äusserst gelungene und innovative Funktion betrifft die Auswertung von Serienaufnahmen. Hier kann man neu die Aufnahmen wie einen Film durchschauen und die wichtigen Bilder zur Übertragung markieren. Dies ist besonders vorteilhaft für eine schnelle Arbeitsweise.
Da ich mit drei Kameras arbeite, schätze ich die Möglichkeit, Einstellungen auf eine Speicherkarte zu kopieren und sie dann schnell auf die anderen Kameras zu übertragen. Dies spart Zeit und stellt sicher, dass alle Kameras genau gleich konfiguriert sind.


Kein Motiv zu schnell für die Sony Alpha 9 Mark III
Das Pre-Recording ist nach den Vorteilen des Global Shutters die grösste und wichtigste Neuheit. Es bietet mir die Sicherheit, keinen wichtigen Moment zu verpassen. Zudem kann ich es je nach Sportart optimal konfigurieren. Beim Boxen sitzt nun jedes Bild, was früher vielleicht nur 2-3 Mal pro Kampf der Fall war. Bei Sportarten wie Bogenschiessen kann ich nun fast spielerisch den exakten Moment einfangen, in dem der Pfeil den Bogen verlässt. Wenn ich die Funktion aktiviere, stelle ich einen Zeitabstand zwischen 0,3 und 0,5 Sekunden ein, was bereits ausreicht.
Der Autofokus der Sony Alpha 9 Mark III erreicht ein nie dagewesenes Niveau an Geschwindigkeit und Präzision. Er erfasst selbst das kleinste Detail, wie beispielsweise ein Auge unter einem Helm.
Das Zusammenspiel der Kamera mit den Linsen ist erstaunlich präzise, schnell und geräuschlos. Hierfür haben die Sony-Ingenieure neue Firmware entwickelt, die es überhaupt ermöglicht, 120 Bilder pro Sekunde mit laufendem Autofokus zu machen.
Die Möglichkeit, extrem kurze Verschlusszeiten von bis zu 1/80.000 Sekunde zu verwenden, ist besonders in schnellen Sportarten wie Bogenschiessen von Vorteil. Es enstehen aber auch neue Möglichkeiten in der Bildgestaltung. Durch solche Verschlusszeiten können Hintergründe problemlos unterbelichtet und mit Silhouetten gespielt werden. Zusammen mit dem Global Shutter ergibt sich eine ganz andere Schärfe, insbesondere bei schnellen Bewegungen wie im Eishockey.
Im Bereich der Blitzfotografie kann nun in Kombination mit dem Global Shutter die maximale Blitzleistung genutzt werden. Dies ermöglicht es dem Fotografen, den oft störenden Hintergrund von Sportplätzen zu verdunkeln. Dies funktioniert selbst bei voll geöffneter Blende, was zu deutlich grafischeren Bildern führt. Die Arbeit mit Blitzen wird zudem vereinfacht, da die Begrenzung der Verschlusszeit aufgehoben ist. Der Fotograf ist so sehr schnell wieder einsatzbereit. Selbst mit kompakten Blitzgeräten sind neue, erstaunliche Bilder möglich.


Mein Fazit
Am Ende zählt das Ergebnis, und auch hier hat Sony die Farben und Kontrastwiedergabe weiter optimiert. Dadurch benötige ich weniger Zeit in der Postproduktion und arbeite bei einigen Veranstaltungen sogar ausschliesslich im JPG-Format.
Zuletzt kann gesagt werden, dass all die Neuerungen, welche die Alpha 9 Mark III mit sich bringt, die Grenzen der Kreativität verschieben. Die im Internet erwähnte Reduzierung des Dynamikumfangs fällt nach meinen Erfahrungen minimal aus und steht absolut nicht im Verhältnis zu all den neuen Möglichkeiten, welche die Technologie des Global Shutters mit sich bringt.
Eine perfekte Ergänzung zur Kamera ist das just in time angekommene Sony FE 300mm F2.8 GM. Diese Linse ist extrem schnell und leicht, was es ermöglicht, rasch auf Änderungen in einem Spiel zu reagieren. Die Brennweite ist für den Einsatz in Hallensportarten geeignet aber ich werde sie auch für weitere Sportarten wie beispielsweise beim Fahrrad- oder Mountainbikefahren gut einsetzen können.
In diesem Jahr stehen bedeutende Sportveranstaltungen an und ich freue mich bereits darauf, diese spannenden Turniere und Events mit der Sony Alpha 9 Mark III einzufangen. Besonders freue mich mich auf die Volleyballspiele vor dem Eiffelturm, das Reiten im Schloss von Versailles und die Tennisspiele auf den mystischen Plätzen des Roland Garros.
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