

In den letzten Jahren hat die Beliebtheit von FUJIFILM Filmsimulationen stark zugenommen. Aber was steckt eigentlich dahinter? Die Filmsimulationen lassen den Look und das Gefühl klassischer Analogfilme in deiner modernen Kamera wieder aufleben. Sie ermöglichen es dir, mit nur einem Klick verschiedene visuelle Stile auszuprobieren und können deinen Nachbearbeitungsaufwand auf null reduzieren.
Mein Name ist Denny Waves und als langjähriger FUJIFILM-Fotograf habe ich schon öfters mit den Simulationen fotografiert. In diesem Blogbeitrag werde ich dir eine Übersicht der Filmsimulationen geben und darauf eingehen, wie du sie optimal einsetzen kannst. Ausserdem teile ich meine persönlichen Erfahrungen und zeige dir Beispielbilder, die ich in den letzten Monaten mit den Filmsimulationen aufgenommen habe.
Ein kleiner Ausflug in die Geschichte
FUJIFILM Filmsimulationen sind aufwändige digitale Bildlooks, die von FUJIFILM entwickelt wurden, um die Ästhetik klassischer Analogfilme in der digitalen Fotografie nachzubilden. Diese Simulationen sind in den Kameras der X-Serie und GFX-Serie von FUJIFILM integriert und bieten Fotografen die Möglichkeit, Bilder mit verschiedenen Farbprofilen und Stilen aufzunehmen.
Die Technologie hinter diesen Filmsimulationen basiert auf der jahrzehnten an Erfahrung von FUJIFILM in der Filmproduktion. Diese Expertise wurde dazu genutzt, um digitale Algorithmen zu entwickeln, die die Farben, Kontraste und Texturen der beliebtesten Filme zu reproduzieren. Jede Filmsimulation ist das Ergebnis detaillierter Analysen und digitaler Replikation der chemischen Prozesse und Farbwissenschaft, die in den originalen Filmen verwendet wurden.


Die neue FUJIFILM X-T50 und die erste X100 zusammen mit zwei Film-Klassikern von FUJIFILM. Diese Bildserie wurde mit der X-T5 und der Filmsimulation Classic Neg. mit eigenem Rezept aufgenommen.
Historisch gesehen hat FUJIFILM eine reiche Geschichte in der Filmindustrie. In den 1940er Jahren begann FUJIFILM mit der Produktion von Fotofilmen und entwickelte im Laufe der Jahre eine Vielzahl beliebter Filme, darunter Velvia, Provia und Astia, die für ihre lebendigen Farben und hohe Bildqualität bekannt sind. Mit dem Übergang zur digitalen Fotografie erkannte FUJIFILM die Notwendigkeit, diese klassischen Filmlooks in die digitale Welt zu übertragen, um den Fotografen weiterhin die Möglichkeit zu bieten, die charakteristischen Ästhetiken ihrer Lieblingsfilme zu nutzen.
Die FUJIFILM Filmsimulationen wurden erstmals im Jahr 2003 mit der Lancierung der FUJIFILM FinePix F700 eingeführt. Sie bot als erste Kamera die Simulationen "Provia," "Velvia," und "Astia" an. Der grosse Erfolg der X100-Serie, die 2011 mit der ersten X100 Kamera startete, hat sicherlich weiter dazu beigetragen, dass diese Filmsimulationen heutzutage auch ausserhalb der FUJIFILM-Community berühmt und berüchtigt sind.


Heute gibt es 20 Filmsimulationen
FUJIFILM unterteilt die 20 verfügbaren Filmsimulationen grundsätzlich in zwei Hauptkategorien: Allrounder und individualistische Filmsimulationen.
Die Allrounder-Simulationen sind vielseitig einsetzbar und eignen sich für eine breite Palette von Aufnahmesituationen. Sie bieten ausgewogene Farbprofile und Kontraste, die sowohl für Landschaftsaufnahmen als auch für Porträts hervorragende Ergebnisse liefern. Diese Kategorie umfasst Simulationen, die für ihre natürliche Farbwiedergabe und universelle Einsetzbarkeit bekannt sind.


Auf der anderen Seite stehen die individualistischen Filmsimulationen, die für spezielle künstlerische Effekte und einzigartige Stilrichtungen entwickelt wurden. Diese Simulationen bieten unverwechselbare Farbpaletten und Kontraste, die oft von klassischen Filmlooks inspiriert sind. Sie sind ideal für Fotografen, die nach einem besonderen Look suchen, um ihre künstlerische Ausdruckskraft zu unterstreichen. Hierzu zählen beispielsweise Profile, die flache Farben und niedrigen Kontrast für einen filmischen Look bieten oder Schwarzweiss-Simulationen mit feiner Körnung und tiefen Schwarztönen für künstlerische looks.


Film Rezepte & wie du deinen Eigenen Look bekommst
Du möchtest die Ästhetik deiner Bilder noch weiter direkt in der Kamera individualisieren? Dann kannst du das problemlos über die Einstellungen tun. Die Filmsimulationen kannst du als Basis verwenden und darauf aufbauen eine Vielzahl an Einstellungen direkt in der Kamera vornehmen. Es gibt im Internet eine grosse Community, die sich mit dem Teilen von so genannten Filmsimulations-Rezepten befasst.
Die Einstellungen kannst du anschliessend im Menüpunkt "I.Q." (Bildqualitäts-Einstellungen) vornehmen. Die verschiedenen Parameter sind dort einzeln aufgeführt und können ganz einfach von den "Rezepten" übernommen werden. Im Beispiel unten siehst du im Vergleich, wie das Foto mit einem neutralen Provia Stil aussieht und anschliessend mit der Filmsimulation "Classic Neg." mit und ohne Rezept.


Wie ich mit Filmsimulationen arbeite
Die Filmsimulationen haben in den letzten Jahren immer mehr platz in meiner Arbeit als Fotograf gefunden. Für Professionelle Projekte bevorzuge ich es nach wie vor meine Bilder komplett selbst zu bearbeiten. Meistens fotografiere ich in JPEG mit einer Filmsimulation und RAW gleichzeitig. Das ermöglicht mir, die Vorteile der Filmsimulationen zu nutzen, während ich mir gleichzeitig die Flexibilität erhalte, die RAW-Daten nach Bedarf zu bearbeiten.
Sofort mit Freunden teilen
Die Filmsimulationen bieten mir die Möglichkeit, meine Bilder auch schon unterwegs mit Freunden und bekanntschaften zu teilen. Wir wissen ja, wie ungeduldig manche Leute sein können :). Das ist besonders praktisch bei Kurztrips, Ferien oder persönlichen Projekten bei denen ich keinen grossen Nachbearbeitungsaufwand betreiben möchte.
Vorschau während dem Fotografieren
Ein weiterer Vorteil, der meiner Meinung nach zu wenig Beachtung findet, ist die unmittelbare Vorschau, die ich während des Fotografierens mit Filmsimulationen auf dem Kameradisplay sehe. Anstatt ein flaches Bild zu betrachten, sehe ich bereits eine stilistische Version. Das motiviert mich oftmals und spornt meine Kreativität an, da ich sofort ein Gefühl für das Endergebnis bekomme und die Farben besser zur Geltung kommen.


Diese Beiden Bilder wurden mit eigenen Filmrezepten aufgenommen. Du kannst diese ganz einfach über die angegebenen Einstellungen nachbauen.
Zwei Filmsimulations-Profi-Tipps
Ich habe zwei Tipps für euch, mit denen ihr euer Filmsimulations-Game auf das nächste Level bringen könnt. Wenn ihr ein Foto mit einer bestimmten Filmsimulation aufgenommen habt, ist das nicht endgültig. Ihr könnt nachträglich aus jedem Bild eine weitere Filmsimulations-Variante erstellen. Das geht entweder direkt in der Kamera über das Q-Menü oder am Mac/PC mit der FUJIFILM X RAW Studio Software. Voraussetzung dafür ist, dass ihr neben der Filmsimulation auch ein RAW-Bild aufgenommen habt.
Ein weiterer Tipp, um noch mehr aus den Filmsimulationen herauszuholen, ist das Filmsimulations-Bracketing. Mit dieser Einstellung nimmt die Kamera jedes Bild gleich mit drei von dir vordefinierten Filmsimulationen auf. Wenn ich diese Funktion nutze, wähle ich meist eine neutrale, Classic Neg. und eine S&W Simulation. So kann ich besser beurteilen, welcher Stil sich für eine bestimmte Situation am besten eignet.
Insgesamt ermöglichen mir die FUJIFILM Filmsimulationen, meine fotografischen Projekte effizient und kreativ zu gestalten, ohne viel Zeit in die Nachbearbeitung investieren zu müssen. Besonders die Möglichkeit, eigene "Filmrezepte" zu entwickeln und so meinen visuellen Ansprüchen gerecht zu werden, begeistert mich und lässt mich gespannt auf zukünftige Projekte blicken. Nachfolgend siehst du ein paar Bilder, die ich vor kurzem in Como und Mailand aufgenommen habe. Alle Bilder kommen direkt aus der Kamera und wurden nicht weiter bearbeitet.


Alle diese Bilder kommen direkt aus der X-T50 ohne Nachbearbeitung. Verschiedene Filmsimulationen mit eigenen Anpassungen wurden dazu verwendet.
Über den Autor
Mein Name ist Denny und ich bin als Reise- und Portrait-Fotograf in der Welt unterwegs. Die Fotografie begleitet mich seit mehr als einem Jahrzehnt und ich kann und will mir ein Leben ohne Kamera in der Hand nicht mehr vorstellen. Von Strassenfotografie über Makroaufnahmen bis hin zur Sportfotografie habe ich mich schon in so manchem fotografischen Genre ausprobiert. Die Portraitfotografie lässt mein Herz aber höherschlagen als jede andere Disziplin. Es ist ein grossartiges Gefühl, jemandem durch ein Portrait neues Selbstvertrauen zu schenken und schöne Erinnerungen festzuhalten.












