Lukas Bigler alias @luke.imaged ist PhD-Student an der Universität Stockholm und Filmemacher. Diesen Sommer war er zwei Wochen an Bord der R/V Skagerak in den Fjorden Spitzbergens unterwegs, um mit dem Forschungsprojekt GREENCARB zu untersuchen, wie der Rückzug arktischer Gletscher die Fjordsysteme verändert. Um die Expedition auch bildlich festzuhalten, gab ihm Sony Schweiz zwei Objektive mit: das Sony FE 28-70mm F2 GM und das Sony FE 200-600mm F5.6-6.3 G OSS, getestet unter härtesten Arktisbedingungen.

  • Polarfuchs in Longyearbyen
  • Rentier am Fuglefjella
  • Vogel in der arktischen Tundra

🦊 EIN POLARFUCHS VOR DEM FRÜHSTÜCK

Noch bevor die eigentliche Forschungsfahrt begann, verbrachten wir zwei Tage in Longyearbyen, und schon am ersten Morgen zeigte sich, wie nah einem die Arktis hier kommt: Direkt vor unserem Hostel tauchte ein Polarfuchs auf. Ich liess mein Frühstück stehen, schnappte mir die Kamera mit dem Sony FE 200-600mm F5.6-6.3 G OSS, das ich – so schwer es auch war – die gesamten zwei Wochen griffbereit dabeihatte, und rannte nach draussen, in der Hoffnung auf einen nahen Shot. Ich war ziemlich nervös: Ich wusste ja nicht, ob der Fuchs lange genug in Reichweite bleiben würde und ob das Objektiv halten würde, was ich mir davon erhoffte. Ein paar Minuten später hatte ich das Bild im Kasten, das ich mir schon lange gewünscht hatte, und spätestens da wusste ich, dass sich das Schleppen des Objektivs gelohnt hatte.

Wildlife-Hike zum Vogelberg
Am nächsten Tag stand ein Wildlife-Hike zum Fuglefjella an, dem «Vogelberg» nahe Bjørndalen. Dabei konnte das 200-600mm sowohl auf der Sony α7S III als auch auf der Sony FX6 seine ganze Stärke ausspielen: Weitere Polarfüchse, Rentiere und Vögel liessen sich aus respektvoller Distanz einfangen, ohne dass ich die Tiere stören musste.

Mitternachtssonne über der Stadt
In der Nacht vor der Abfahrt zog es mich um Mitternacht nochmals durch die Strassen Longyearbyens, um die Mitternachtssonne zu erleben. Ein tiefes Orange legte sich über die Stadt, die Strassen waren wie leergefegt, und über allem lag eine Ruhe, die fast meditativ wirkte.

  • Longyearbyen in der Mitternachtssonne
  • Berghang im Licht der Mitternachtssonne

🚢 AN BORD DER R/V SKAGERAK

Am Montag, dem 3. August, ging es dann endlich an Bord der R/V Skagerak. Schon nach zwei Stunden waren wir auf dem Weg zur ersten Sampling-Station, und entsprechend hektisch begann die Reise: Während das Schiff bereits Kurs auf die erste Station nahm, musste ich im Eiltempo mein gesamtes Science-Equipment startklar machen. Für mich war es das erste Mal auf einem grösseren Forschungsschiff, und entsprechend gross war die Vorfreude.

Ein Schiff, das nie schläft
An Bord waren wir neun Wissenschaftler:innen, jede und jeder mit einem eigenen Zuständigkeitsbereich für bestimmte Probenahmen. Sobald aber irgendwo Hände gebraucht wurden, half man sich gegenseitig. Da wir in Schichten arbeiteten, schlief das Schiff eigentlich nie: Rund um die Uhr wurde irgendwo an Bord gearbeitet. Geschlafen haben wir zu zweit oder zu dritt in Kabinen. Ich selbst hatte die Nachtschicht von 20 bis 4 Uhr, was sich dank der Mitternachtssonne aber kaum wie Nacht anfühlte: Es blieb die ganze Zeit hell, nur das Licht wurde unglaublich weich und golden. Schon nach den ersten Stationen rund um die Fjorde bei Longyearbyen fanden wir unseren Rhythmus, sowohl bei der Wissenschaft als auch beim Filmen.

Was an einer Station passiert
Sobald wir eine Station erreichten, musste gesampelt werden: Mit der CTD-Rosette wurden Wasserproben und weitere Wasserparameter erhoben, Sedimentkerne vom Meeresboden gebohrt, die Wasserproben anschliessend abgefüllt und filtriert.

  • Sampling an Deck der R/V Skagerak
  • Forscher an Deck vor einem Fjord
  • Arbeit im Labor an Bord

📸 MEIN SETUP: 28-70MM & 200-600MM

Mein Go-to-Setup kristallisierte sich rasch heraus: Das Sony FE 200-600mm F5.6-6.3 G OSS auf der Sony α7S III für Wildlife-Shots und Nahaufnahmen der Gletscher und das Sony FE 28-70mm F2 GM auf der Sony FX6 für die Science-Aktivitäten an Bord ebenso wie für die Landschaften und Fjorde Spitzbergens.

Schärfe über den ganzen Zoombereich
Beide Objektive überzeugten dabei durch eine beeindruckende Schärfe über den gesamten Zoombereich. Auch am langen Ende des 200-600mm blieben Details bis in die feinsten Strukturen hinein sichtbar.

Flexibilität, wenn die Science nicht wartet
Die grosszügige Brennweitenrange erlaubte es mir, mich in Sekunden an wechselnde Situationen anzupassen, ohne je das Objektiv wechseln zu müssen – ein entscheidender Vorteil, wenn die Science-Tasks nicht warten. Einzig die ganz weiten Weitwinkel-Shots im Bereich von 16 bis 28 mm liessen sich mit diesem Setup nicht realisieren. Das habe ich stellenweise vermisst.

F2 für den cinematischen Look
Die letzten sieben Jahre lang war das Sony FE 16-35mm F2.8 GM mein Standardobjektiv. Entsprechend war es eine echte Umstellung, plötzlich eine so grosse Zoom-Range zur Verfügung zu haben und mich damit im Bruchteil einer Sekunde an neue Situationen anzupassen, ohne kostbare Zeit mit Objektivwechseln zu verlieren. Besonders geschätzt habe ich die Offenblende von F2: Sie sorgte in den Videos für einen schönen, cinematischen Look und lieferte selbst bei schwierigen Lichtverhältnissen an Bord noch genug Licht.

Robust unter Arktisbedingungen
Weil die Wissenschaft klar an erster Stelle stand, mussten Kamera und Objektive stets griffbereit sein, mal im Labor, mal an Deck. Dabei waren sie Dreck, Sediment, Salzwasser, Kälte und leichtem Regen oder Schnee ausgesetzt. Beide Objektive fühlten sich dabei hochwertig verarbeitet und robust an, sodass ich mir um ihre Widerstandsfähigkeit nie ernsthaft Gedanken machen musste. Sie hielten allem stand, ohne dass ich sie schonen musste.

  • CTD-Rosette an Bord
  • Gletscherstruktur bei 600 mm

🔬 DIE MISSION: GREENCARB

Unser Forschungsprojekt GREENCARB wird von Prof. Julie Lattaud geleitet: Wir untersuchen, was mit dem Kohlenstoff geschieht, den schmelzende Gletscher ins Meer spülen, und ob arktische Fjorde dabei eher als Kohlenstoffsenke wirken oder zur Quelle für Treibhausgase wie Methan werden. Am Ende der zwei Wochen hatten wir in insgesamt 14 Fjorden Proben genommen und damit die Auswirkungen des Klimawandels an einer beeindruckenden Bandbreite von Standorten dokumentiert. Mehr zum Projekt gibt es auf der Projektseite der Universität Stockholm.

  • Probenvorbereitung im Bordlabor
  • Pipettieren im Labor bei Nacht
  • Sedimentprobe an Deck

🐋 WALE, WALROSSE & GLETSCHER

Einen Eisbären haben wir auf der ganzen Fahrt leider nicht zu Gesicht bekommen, so sehr wir auch gehofft hatten. Dafür tauchten immer wieder Beluga- und Buckelwale auf, und aus der Distanz liessen sich mehrfach Walrosse beobachten. Am meisten beeindruckt haben mich aber die Gletscherfronten selbst, mit den schroffen, spitzen Gipfeln, die sich ringsherum auftürmten.

  • Gletscherfront aus nächster Nähe
  • Gletscherabbruch in Spitzbergen
  • Gletscher durch das Bullauge

📝 FAZIT: ZWEI OBJEKTIVE, NULL SORGEN

Am Ende bleibt vor allem eines: Ich hatte zwei äusserst verlässliche Objektive dabei, die genau die Brennweitenbereiche abdeckten, die man auf einer Forschungsexpedition braucht. Ich musste mir um das Equipment nie Gedanken machen und konnte mich so voll auf die Science konzentrieren: auf die CTD-Casts, die Sedimentkerne und die Wasserproben, die am Ende den eigentlichen Erfolg dieser zwei Wochen ausmachten. Und wann immer die Zeit reichte, konnte ich ohne Umwege aufs Filmen und Fotografieren umschalten und so einen Teil dessen festhalten, was uns diese 14 Fjorde über den Zustand der Arktis erzählen.

  • Rentier in der Tundra bei 600 mm

DIE GETESTETE AUSRÜSTUNG

  • Lukas Bigler in Longyearbyen
  • Lukas Bigler

    Instagram: @luke.imaged

    Webseite: lukeimaged.ch

    Lukas Bigler ist PhD-Student an der Universität Stockholm und Filmemacher. Im Forschungsprojekt GREENCARB untersucht er, wie der Rückzug arktischer Gletscher die Fjordsysteme verändert, und hält die Arbeit dahinter mit der Kamera in Bild und Film fest.