

Wer auf der Suche nach einem Stativ ist, sieht sich einer Flut von Optionen verschiedener Hersteller gegenüber. Bekannte Marken wie Sachtler, Manfrotto, Gitzo, Benro, Sirui, iFootage und neuerdings immer häufiger Leofoto dominieren den Markt. Bei der Recherche nach Bewertungen zur Marke Leofoto findet man allerdings nur wenige Testberichte. Im Fokus steht heute das LS-325C-Stativ aus der Ranger-Serie von Leofoto. Diese Serie zeichnet sich durch ihre kompakte und leichte Bauweise aus, was sie besonders für Reisen und Wanderungen geeignet macht. Es handelt sich hierbei um die Einsteigerserie von Leofoto. Ähnliche Bauformen bieten auch die LP-, LS-CEX- und LA-Serien, die sich jedoch durch kleine Unterschiede in Material oder Features von der Standard-LS-Version abheben.
Lieferumfang & Eindruck
Im Lieferumfang des Kits das ich bestellt habe, sind das Stativ LS-325C und der Stativkopf LH-40 mit dabei. Zusätzlich wird eine aufschraubbare Mittelsäule mitgeliefert. Das Stativ kommt ausserdem mit einer hochwertigen Transporttasche, kleinen Spikes und Gummifüssen. Werkzeug und einem Karabiner für zusätzliches Gewicht sowie einem kleinen Multitool sind ebenfalls enthalten.
Spezifikationen
Das Stativ hat eine Höhe von 143 cm ohne Stativkopf und erreicht mit Kopf eine Höhe von 152 cm. Mit ausgefahrener Mittelsäule kommt es sogar auf beeindruckende 184 cm, was auch bei unebenem Gelände oder besonderen Perspektiven von Vorteil ist. Die minimale Höhe beträgt 17 cm, ideal für bodennahe Aufnahmen, die in der Wildlife-Fotografie oft gefragt sind. Das Packmass mit Stativkopf liegt bei kompakten 54,5 cm, was den Transport erleichtert und es zu einem praktischen Begleiter für unterwegs macht.
Mit einem Gesamtgewicht von 1,95 kg ist das Stativ nicht zu schwer und dennoch stabil genug für meine Ausrüstung. Die Beine bestehen aus zehn Lagen Carbon, und der Rest des Stativs ist aus 6061 T6 Aluminium gefertigt, was für eine hohe Belastbarkeit sorgt. Die Tragkraft des Stativs beträgt 12 kg. Der Kopf alleine kann sogar bis zu 20 kg tragen, was auch für schweres Equipment mehr als ausreichend ist.
Der Kugelkopf verfügt über eine Friktionsschraube, die eine präzise Einstellung der Bewegungsfreiheit ermöglicht. Die Schraube bietet zwei vertikale Positionen anstelle von üblicherweise nur einer. Dies erweitert die Flexibilität und Einsatzmöglichkeiten des Stativs erheblich.
Eine Einbein-Funktion wie bei anderen Reisestativen fehlt, was ich jedoch nicht als Nachteil empfinde. Die Konstruktion ohne diese Funktion ermöglicht eine höhere Stabilität und reduziert die Anzahl der beweglichen Teile, die potenziell verschleissen könnten.


Leofoto LS-325C


Leofoto Mittelsäule


Leofoto LH-40
Erfahrung
Schon beim Auspacken machte das Stativ auf mich einen hochwertigen Eindruck, denn alle Teile, die man anfasst, sind entweder aus Aluminium oder gummiert, und kein Plastik ist ersichtlich. Die Beine sind einfach zu arretieren, und der Mechanismus zum Verstellen ist federbelastet und rastet automatisch wieder ein. Auch die Verschlüsse der Beine sind hervorragend und lassen sich mit nur etwa einem Viertel Drehung lösen.
Gelöste Beinsegmente haben wenig Spiel, was auf gute Toleranzen bei der Herstellung schliessen lässt; einzig die einzelnen Beinsegmente fahren nicht selbst aus, was je nach Anwendung Vor- oder Nachteil sein kann. Mittlerweile begleitet mich das Stativ schon seit über zwei Jahren auf etlichen Ausflügen in den Bereichen Landschafts-, Ferien-, Wildlife- und Portraitfotografie.


Im Studio
In meinem Studio schätze ich besonders die unaufdringliche Präsenz meines Equipments, das es mir ermöglicht, mich voll und ganz auf meine Arbeit zu konzentrieren, ohne abgelenkt zu werden. Die kompakte Bauform des Equipments ist nicht nur für mich angenehm, sondern wirkt auch auf meine Kunden beruhigend, ohne deren Selbstvertrauen zu beeinträchtigen. Als Fotograf profitiere ich enorm vom geringen Gewicht des Stativs, da es mir die Flexibilität gibt, es nach Bedarf einfach zu versetzen.


Tamron 35-150 @100mm


Tamron 35-150 @150mm
Ein weiteres Highlight ist die aufschraubbare Mittelsäule, die sich insbesondere bei Portraitaufnahmen als vorteilhaft erweist. Sie ermöglicht es mir, die Höhe der Kamera präzise anzupassen, während ich die generelle Position beibehalte. Ich finde es fantastisch, wie leicht sich die Mittelsäule auch während eines Shootings verstellen lässt – eine viertel Drehung genügt, und sie bewegt sich schon, ohne dass ich mich mit einer Feststellschraube herumärgern muss, wie es bei integrierten Mittelsäulen der Fall ist. Nicht zu vergessen ist der mitgelieferte Stativkopf, der ein wahrer Traum für Studioaufnahmen ist. Dank seiner zwei Vertikalpositionen muss ich nicht ständig herumhantieren, sondern kann einfach die Position wählen, die mir gerade am besten passt.


Unterwegs
Auch auf Reisen zeigt das Stativ seine Vielseitigkeit und Benutzerfreundlichkeit. Es lässt sich problemlos im Handgepäck verstauen, natürlich mit demontiertem Kugelkopf. Ausserdem ist der Umfang nicht viel grösser als der einer Wasserflasche, was es ideal für den Transport im Rucksack macht. Seine Leichtigkeit macht es zum perfekten Begleiter für Wanderungen, und der Stativkopf sorgt dafür, dass die Kamera sicher gehalten wird. Trotz seines relativ geringen Gewichts, das zwar nicht mit ultraleichten Reisestativen mithalten kann, macht es nur wenige Kompromisse hinsichtlich Kompatibilität, Vielseitigkeit und Stabilität.
Anders als bei vielen ultraleichten Reisestativen hat man hier einen vollwertigen Kopf, den man auch ganz einfach durch einen anderen austauschen kann, was allerdings nur für Gewichtseinsparungen von Bedeutung sein dürfte. Zudem verfügt es über relativ dicke Beinsegmente, die auch bei voller Höhe einen stabilen Stand bieten. Durch die hohe Stabilität eignet es sich auch für windigere Orte, vielleicht jedoch nicht ganz auf voller Höhe. Wer sich das Kit kauft, so wie ich, bekommt eigentlich alles geliefert, was man für Reisen benötigt.
Besonders praktisch finde ich den Karabiner, der alle wichtigen Sechskant-Dreher enthält, die man für das Stativ benötigt. Auch die Transporttasche ist gut verarbeitet und schützt das Stativ, wenn es nicht im Handgepäck transportiert wird. Selbst lasse ich die Mittelsäule jedoch meist zu Hause, da sie für mich unterwegs keinen grossen Mehrwert bietet. Wasser sollte man jedoch meiden, wenn man das Stativ nicht reinigen kann, da es keine Dichtungen hat. Hierfür ist die Poseidon-Serie mit Titan-Teilen und Dichtungsringen eindeutig besser geeignet.


Sony 200-600G @600mm


Tamron 35-150 @35mm f2.0


Sigma 20mm 1.4 DG HSM
Wildlife
Für Wildlife-Aufnahmen ist das Stativ über die Jahre zu meinem Go-to-Equipment geworden. Wer speziell für Wildlife-Aufnahmen ein Stativ sucht, sollte die CEX-Version in Betracht ziehen. Persönlich überlege ich, noch das LS-365CEX dazu zu holen. Dies basiert, wie bereits erwähnt, auf der gleichen Konstruktionsweise, jedoch mit einer eingebauten Nivellierschale.
Die Stabilität des Stativs reicht mit seinem grössten Beindurchmesser von 32 mm für mich völlig aus, selbst wenn es komplett ausgefahren ist. Der Kompromiss zwischen Gewicht und Stabilität ist für mein Equipment – eine Sony 200-600 mm + Vollformatkamera – ideal. Das leichte Gewicht und das kleine Packmass machen den Transport mit schwerem Kameraequipment erheblich einfacher. Zuvor nutzte ich ein Schwerlast-Stativ, das mir mit der Zeit einfach zu gross und unhandlich wurde, um es schnell mitzunehmen.
Zusätzlich empfehle ich, einen anderen Stativkopf für Wildlife-Aufnahmen zu verwenden. Nicht, weil der mitgelieferte Kopf nicht stabil genug wäre, sondern weil sich Kugelköpfe nicht besonders gut eignen. Ich nutze den Leofoto PG-1, der speziell für die Anforderungen der Tierfotografie entwickelt wurde. Er bietet hervorragende Bewegungsfreiheit und Stabilität, was besonders bei langen Brennweiten entscheidend ist. Mehr dazu könnt ihr gerne im separaten Artikel zu diesem Produkt hier lesen.
Die Höhe des Stativs ist für mich meistens ausreichend, da ich vorwiegend bodennah arbeite. Auch ausgefahren bietet es mir eine Höhe, die für meine Körpergrösse von 179 cm passend ist. Voll ausgefahren würde ich das Stativ mit langen Brennweiten nicht bei Dämmerung nutzen, da auch mit Stativ der Ausschuss hoch bleibt. Ein Nachteil ist das Fehlen von Dichtungsringen an den Verschlüssen, was das Arbeiten im Wasser erschwert. Ein weiteres Manko ist das Fehlen von Schaumstoff an den Beinen, was im Winter von Vorteil wäre, jedoch auch Gewicht spart.
Gewünscht hätte ich mir, dass die Basis des Stativs etwas grösser wäre, um auch grössere Stativköpfe besser fixieren zu können. Die grösseren Geschwistermodelle bieten diese Funktion, was sie zur besseren Wahl macht, wenn man oft schwere und voluminöse Köpfe verwendet. Trotz dieser wenigen Einschränkungen bin ich mit meinem Stativ äusserst zufrieden und kann es für den mobilen Einsatz und längere Fototouren wärmstens empfehlen.


Sony 200-600G @600mm


Sony 200-600G @600mm
Fazit
Das LS-325C-Stativ von Leofoto hat sich für meine Anwendungsgebiete als eine äusserst lohnenswerte Investition erwiesen! Seine kompakte und leichte Bauweise ist ein Traum für Reisen und Wanderungen, während die robuste Carbon- und Aluminiumkonstruktion beeindruckende Stabilität bietet.
Im Studio begeistert mich die einfach verstellbare Mittelsäule und der vielseitige Kugelkopf, beides verleit mir eine enorme Flexibilität. Unterwegs überzeugt das Stativ durch sein geringes Gewicht und kompaktes Packmass, was den Transport unglaublich einfach macht. Trotz kleiner Nachteile, wie dem Fehlen von Dichtungsringen, bin ich mehr als zufrieden und kann das LS-325C jedem enthusiastischen und professionellen Fotografen wärmstens empfehlen!
Über den Autor
Mein Name ist Marvin, und ich bin in der Portrait- und Wildlifefotografie zuhause. Schon als Kind war ich von der Fotografie fasziniert und wollte Momente mit der Kamera einfangen. Für mich ist ein Foto weit mehr als nur festgehaltenes Licht oder ein Schnappschuss. Ein Foto ist für mich wie eine Zeitmaschine. Es ermöglicht mir, zu den schönsten Momenten zurückzukehren und alles erneut zu erleben – von den Gerüchen bis hin zur Stimmung.
Wenn ich gerade nicht fotografiere, findet man mich an der Universität Zürich, wo ich zurzeit studiere.
Website: www.smotographers.com
Instagram: @smotographers











