IDEE & AUSGANGSPUNKT

In meiner Arbeit vermische ich oft Reales mit Fiktivem – ich liebe es, neue Bildwelten zu erschaffen, die zwischen Realität und Traum existieren. Mit dem Aufkommen der ersten KI-Tools zur Bildgenerierung begann ich intensiv zu experimentieren. Besonders spannend finde ich die Verbindung von eigenen Fotografien mit KI-generierten Erweiterungen. So entstand auch diese Serie: aus Neugier, Lust auf visuelle Experimente – und dem Reiz, neue Dimensionen im Bild zu erschliessen.

Die Entstehung – Zusammenarbeit, Tanz und Mode

Die Aufnahmen entstanden in kreativen Sessions mit den Tänzer*innen Noriko Nishidate und Germain Zambi, mit denen ich schon lange zusammenarbeite. Wir experimentierten gemeinsam mit Bewegung, Set-Design und Licht – im Rahmen eines Kurzfilmprojekts, das sich kontinuierlich weiterentwickelte.

Auch Mode spielte dabei eine zentrale Rolle. Ich wähle für meine Shootings gerne Kleidung von unabhängigen Designer*innen – dieses Mal unter anderem von Nadine Sterren und Yohanes. Die Texturen und Silhouetten ihrer Entwürfe fügten der Bildsprache eine weitere Ebene hinzu.

Der kreative Prozess – Zwischen Kontrolle und Zufall

Nach den Shootings begann ich, die Bilder in Photoshop mithilfe von KI-Tools weiterzuentwickeln. Mit sogenannten Prompts – also kurzen Textbeschreibungen – steuerte ich die generierten Erweiterungen. Es war ein Prozess zwischen Planung und Überraschung: Manche Eingaben führten zu unerwarteten Resultaten, andere entwickelten sich durch kleine Änderungen in neue Richtungen.

Ein wichtiges Element war dabei der Zufall – und meine Entscheidung, ihn bewusst in den Prozess zu integrieren. Wie bei den Shootings selbst ging es mir auch hier um Improvisation, Neugier und den kreativen Moment.

  • Behind the Scenes

  • Finales Foto

Nachbearbeitung, Feinheiten & Fazit

Um eine natürliche Verschmelzung zwischen fotografierten und generierten Bildteilen zu erreichen, war eine sorgfältige Nachbearbeitung entscheidend. Ich habe gezielt Bildrauschen und weiche Übergänge eingesetzt, damit die Grenzen verschwimmen und ein harmonisches Gesamtbild entsteht.

Rückblickend war dieser Prozess intensiv, aber unglaublich bereichernd. Die KI war kein Automat, sondern ein Werkzeug – eine Art visuelles Gegenüber, das mich zum Weitermachen, Hinterfragen und Umdenken gebracht hat. Ohne die Bereitschaft zum Experimentieren wäre vieles nicht entstanden.

  • Zwischen Realität und Virtualität

    Ich bin Brigitte Fässler – Regisseurin und Künstlerin mit Fokus auf Video- und Medienkunst. In meiner Arbeit kombiniere ich gerne Reales mit Fiktivem, Analoges mit Digitalem. In der Serie „Zwischen Realität und Virtualität“ habe ich mit KI-generierten Elementen experimentiert, um neue Bildwelten zu erschaffen – Räume, die zwischen Traum und Wirklichkeit schweben. Mich reizt das Unvorhersehbare im kreativen Prozess, besonders im Zusammenspiel mit anderen. Deshalb arbeite ich oft kollaborativ – mit Tänzer:innen, Musiker:innen und Künstler:innen aus verschiedenen Bereichen. Diese Serie ist für mich ein visuelles Experiment – offen, assoziativ, und ein Spiel mit Realität und Vorstellungskraft.


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