Vor Kurzem hat Felix Rachor gemeinsam mit Canon und uns einen Available Light Portrait Workshop in Bern geleitet. Felix ist seit über 20 Jahren als Portrait-, Beauty- und Fashionfotograf unterwegs und weiss sehr genau, worauf es ankommt, wenn man mit vorhandenem Licht arbeitet. Wir arbeiten schon seit mehreren Jahren mit ihm zusammen, unter anderem bei der Photo Wonderland 2025 und jedes Mal merkt man schnell, dass bei ihm nichts zufällig passiert. 

Damit auch unsere Online Community von seinem Wissen profitiert, haben wir ihn nach seinen sechs Lieblings-Tipps gefragt. Keine Basics, sondern Dinge, die man direkt anwenden kann und die einen echten Unterschied machen. Du erfährst beispielsweise, wie er Schmuck richtig in Szene setzt und weshalb er immer ein einfaches weisses Laken im Fotorucksack dabei hat. 

  • Tipp 1: Stirnfett

    Seien wir ehrlich: Nicht immer will man alles zeigen, was im Hintergrund passiert – Autos, Menschen oder sonstige Störfaktoren.

    Gerade bei Gegenlicht kannst du das mit „Stirnfett“ extrem gut lösen. Nimm einfach ein bisschen Fett von deiner Stirn und schmier es leicht auf die Linse – die Mitte lässt du frei. So bleibt dein Model knackig scharf, aber du bekommst diese wilden Flares und weichen Übergänge, die das Bild sofort spannender machen.

  • Tipp 2: Das Laken

    Ohne Laken kein Rachor! Ein einfaches weisses Laken kostet fast nichts, ist aber eines der vielseitigsten Tools überhaupt.

    Du kannst es als Reflektor nutzen, als Hintergrund, als Umkleidehilfe oder einfach als saubere Unterlage für Make-up, Styling oder Technik.

    Am Strand ist es für mich unverzichtbar, und auf Reisen ist es leicht, kompakt und perfekt, um Equipment im Koffer zu schützen.

  • Tipp 3: Schatten macht Glanz

    Nicht immer muss das Model direkt beleuchtet werden. Hast du schon mal ausprobiert, dein Model bewusst in den Schatten zu stellen?

    Genau dann fängt alles Glänzende richtig an zu leuchten – Schmuck, Augen, Make-up.

    Mein Tipp: Stell dein Model in die direkte Sonne und erzeuge dann gezielt Schatten (zum Beispiel mit deinem eigenen Körper). Achte darauf, etwas dunkler zu belichten. Ich liebe diesen Effekt – er gibt dem Bild sofort mehr Tiefe und Fokus.

  • Tipp 4: Spiegel für Lichtflecken

    Einen Plexiglasspiegel habe ich eigentlich immer dabei. Der Vorteil: Er geht beim Transport nicht kaputt und du kannst das Licht gezielt formen.

    Ein paar Lichtflecke im Hintergrund oder sogar direkte Reflexionen im Gesicht geben Portraits oft genau den besonderen Twist, der sie von „gut“ zu „wow“ bringt.

  • Tipp 5: Smoke that Chic

    Eine kleine – oder auch grössere – Nebelmaschine liefert fast immer einen starken Effekt.

    Du kannst sie subtil einsetzen, wenn sich der Rauch schon leicht verteilt hat und einen gleichmässigen Nebel erzeugt.

    Oder richtig dominant im Gegenlicht – dann bekommt das Bild sofort eine cinematische, fast schon dramatische Wirkung.

  • Tipp 6: Folie rettet

    Mit offener Blende und etwas Cellophan-Folie aus dem Blumenladen kannst du die Kanten deines Bildes schnell weich und verträumt gestalten.

    Ich liebe diesen Effekt vor allem bei Hochzeiten oder romantischen Portraits – er wirkt direkt emotionaler und weniger „clean“.

Felix & Gear

Felix arbeitet aktuell primär mit der Canon R5 Mark II und setzt damit auf ein Setup, das sowohl für Foto als auch Video zuverlässig funktioniert. Als Hauptobjektiv nutzt er meistens das Canon RF 24-70mm F2.8, weil es ihm die nötige Flexibilität im Shooting gibt und viele Situationen abdeckt. Für Portraits greift er aber bewusst auch zu weiteren Blickwinkeln und arbeitet unter anderem mit dem RF 15-35mm F2.8.

  • Felix Rachor

    Der Fashion-, Beauty- und Portraitfotograf Felix Rachor zählt zu den prägenden Stimmen der modernen People- und Lifestylefotografie im deutschsprachigen Raum. Mit einem klaren Blick für Ästhetik, Licht und Inszenierung entwickelt er Bildwelten, die sowohl editorial als auch kommerziell überzeugen.

    Seine Karriere begann er früh mit dem Fokus auf Peoplefotografie und entwickelte sich über die Jahre zu einem gefragten Fotografen für internationale Magazine und Marken. Neben seiner Arbeit hinter der Kamera ist Felix Rachor auch als Coach und Speaker tätig, gibt Workshops und teilt sein Wissen rund um Lichtsetzung, Bildsprache und effiziente Workflows.

    Heute arbeitet er selbstständig und realisiert Produktionen im In- und Ausland, wobei sein Stil durch eine reduzierte, präzise und zugleich zugängliche Bildsprache geprägt ist.

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