In den vergangenen Jahren hatte ich die Gelegenheit, fast jedes FUJIFILM XF-Teleobjektiv auf Herz und Nieren zu testen. Das XF 50-140mm ist mein verlässliches Arbeitstier bei kommerziellen Projekten, das XF 150-600mm hat mich auf Safaris in Südafrika und Namibia begleitet, und das 70-300mm ist mein verlässlicher PartnerTrips rund um die Welt. Ob Landschaften, Safarimotive oder Surfer auf den Philippinen und in Sri Lanka – es waren immer die Teleobjektive, die mir ermöglichten, ganz nah an das Geschehen heranzukommen. Doch welches dieser Objektive könnte am besten zu deinen Bedürfnissen passen?

Mein Name ist Denny Waves, und in diesem Artikel gebe ich euch einen Überblick über das FUJIFILM XF-Telesortiment und teile meine Erfahrungen aus verschiedenen Projekten. Ich habe auch einige Beispielbilder aus meiner letzten Reise mitgebracht, damit du dir ein Bild davon machen kannst, was mit den grossratigen XF Linsen möglich ist.

Links: Landschaft in Namibia mit X-H2s + 150-600mm @ 150mm / Rechts: Leopard in Kaktusbaum mit X-T5 + XF 200mm + 1.4x Teleconverter

Übersicht der XF Teleobjektive

XF 50-140mm f/2.8 R LM OIS WR

Das XF 50-140mm mag den kürzesten Brennweitenbereich unter den Teleobjektiven haben, ist aber ein absolutes Muss in jeder Profi-Ausrüstung. Es überzeugt durch gestochen scharfe Bilder, eine robuste wetterfeste Bauweise, hohe Lichtstärke und einen exzellenten Bildstabilisator. Ich nutze es vor allem für kommerzielle Projekte und Events, wo Verlässlichkeit und Qualität entscheidend sind.

XF 100-400mm f/4.5-5.6 R LM OIS WR

Lange Zeit war das XF 100-400mm meine erste Wahl für Wildlife-Fotografie. Der grosse Brennweitenbereich und die ausgezeichnete Bildstabilisierung machen es ideal, um sich unauffällig an Motive heranzupirschen. Auf längeren Reisen empfinde ich es allerdings als etwas zu gross und schwer, was mich inzwischen oft zum 70-300mm greifen lässt.

XF 55-200mm f/3.5-4.8 R LM OIS

Das XF 55-200mm hat mir auf einer zweijährigen Reise hinweg treue Dienste erwiesen, insbesondere da ich so leicht wie möglich unterwegs sein wollte. Von den hier aufgeführten Objektiven ist es das kompakteste und leichteste, was es ideal für Reisen macht. Wenn jedoch das Gewicht nicht das Hauptkriterium ist, würde ich immer zum XF 70-300mm greifen – die zusätzliche Brennweite, die Wetterfestigkeit und die verbesserte Abbildungsleistung machen für mich den Unterschied.

XF 70-300mm f/4-5.6 R LM OIS WR

Das XF 70-300mm ist seit Jahren mein treuer Begleiter auf Reisen. Es ist kompakt genug, um es immer dabei zu haben und bietet mit 300mm genug Reichweite, um entfernte Motive einzufangen. Der minimale Fokusabstand von nur 85mm macht es zudem ideal für einfache Makroaufnahmen. Es ist die perfekte Allround-Telelinse für unterwegs.

XF 200mm f/2 R LM OIS WR

Das XF 200mm f/2 ist ein echtes Profiwerkzeug und entsprechend in einer anderen Preisklasse angesiedelt. Mit der beeindruckenden Lichtstärke von f/2 kannst du auch bei schwachem Licht fotografieren und dein Motiv perfekt vom Hintergrund separieren. Auf meiner dreimonatigen Safarireise durch Afrika hat diese Linse einen Grossteil meiner Lieblingsfotos eingefangen. Trotz des Gewichts von 2,26 kg konnte ich sie dank der hervorragenden Stabilisierung und etwas Bizeps Training aus der Hand nutzen. Der im Lieferumfang enthaltene 1.4x Teleconverter erweitert die Brennweite auf 420mm (im Vollformat) bei f/2.8 – ein weiterer grosser Pluspunkt.

XF 150-600mm f/5.6-8 R LM OIS WR

Das XF 150-600mm ist das ultimative Objektiv, wenn es um extreme Reichweiten geht. Mit bis zu 600mm Brennweite ist es besonders für Wildlife- und Vogelfotografen ideal. In der Vogelfotografie kann man nämlich nie genug Brennweite Milimeter haben! Dieses Objektiv hat mich auf Safaris in Südafrika und Namibia absolut überzeugt. Trotz des grossen Brennweitenbereichs ist es überraschend leicht und gut zu tragen.

XF 500mm f/5.6 R LM OIS WR

Das XF 500mm ist das neueste Teleobjektiv in der XF-Serie und setzt einen neuen Massstab in Sachen Kompaktheit für diese Brennweite. Ich hatte zwar noch keine Gelegenheit es selbst zu testen aber die Spezifikationen sehen vielversprechend aus. Mit f/5.6 bei 500mm, Wetterfestigkeit und einer fortschrittlichen Bildstabilisierung dürfte es besonders für Wildlife- und Sportfotografen interessant sein.

Links: Löwe in Uganda mit X-T5 + 200mm + 1.4x Teleconverter / Mitte: Surfer in Sigargao in den Filipinen mit X-T5 + 70-300mm / Rechts: Sonnenuntergang in Siargao mit 70-300mm

Beste Linsen nach Einsatzbereich

Reisefotografie

Für die Reisefotografie, steht für mich die Leichtigkeit und Vielseitigkeit im Vordergrund. Das XF 70-300mm ist in diesem Bereich unschlagbar. Von Portrait über Landschaftsaufnahmen bis hin zu leichten Makromotiven fängst du mit diesem Objektiv alles ein. Wenn jedoch jedes Gramm zählt, bietet das XF 55-200mm eine noch kompaktere Option. Trotz der kürzeren Brennweite liefert es solide Ergebnisse und ist besonders geeignet für minimalistisch reisende Fotografen, die dennoch nicht auf Qualität verzichten wollen.

Safari & Wildlife

Bei Safaris sind Flexibilität und Reichweite gefragt. Oftmals sind die flauschigen, aber nicht kuschligen Löwen näher dran als man denkt. Innert Sekunden kann sich aber auch eine Jagt in der Ferne abspielen. Das XF 70-300mm f/4-5.6 ist eine grossartige Wahl, wenn die Safari nur Teil einer grösseren Reise ist und das Gewicht eine Rolle spielt. Wer jedoch die maximale Reichweite und Flexibilität wünscht und vielleicht sogar die Spotter und Ranger beeindrucken möchte, sollte zum XF 150-600mm greifen. Dieses Objektiv bietet die beste Motivflexibilität und hilft beim Aufspüren von schwer zugänglichen Tieren. Mein persönlicher Favorit ist jedoch das XF 200mm f/2. In Sachen Bildqualität und Schärfe ist es unschlagbar, und mit dem 1.4x Teleconverter erreicht man beeindruckende 420mm (Vollformat) bei f/2.8 – perfekt, um Löwenbabys aus sicherer Entfernung einzufangen. Aufgrund der festen Brennweite erfordert das Arbeiten mit dem XF 200mm f/2 entweder den Einsatz eines zweiten Kamerabodys oder eine sorgfältigere Vorbereitung bei der Bildkomposition, um flexibel auf unterschiedliche Entfernungen reagieren zu können.

Sportfotografie

Bei schnellen Bewegungen und wechselnden Lichtverhältnissen wie bei der Sportfotografie kommt es auf Schnelligkeit und Lichtstärke an. Für die meisten Sportarten würde ich zum XF 50-140mm f/2.8 greifen. Der schnelle Autofokus und die konstante Blende machen den Unterschied. Für professionelle Sportfotografen ist das XF 200mm f/2 aufgrund seiner herausragenden Lichtstärke und Bildqualität unverzichtbar.

Vogelfotografie

Für die Vogelfotografie ist eine lange Brennweite entscheidend, um die oft scheuen Motive einzufangen. Das XF 150-600mm f/5.6-8 bietet mit seiner enormen Reichweite und der präzisen Fokussierung die ideale Kombination. enn man die Geduld und das Geschick hat, sich näher an die Motive heranzupirschen, ist auch das XF 100-400mm f/4.5-5.6 eine hervorragende Wahl. Die neue 500mm-Linse konnte ich zwar noch nicht testen, aber sie dürfte in Sachen Handlichkeit und Leistung ebenfalls überzeugen.

Landschaftsfotografie

Teleobjektive eignen sich hervorragend, um entfernte Landschaftselemente hervorzuheben und eine starke Bildkomposition zu erzielen. Ich nutze sie oft in der Landschaftsfotografie, um Motive zu isolieren und eine Komprimierung zu schaffen. Das XF 70-300mm f/4-5.6 ist auch hier meine erste Wahl, da es eine ideale Balance zwischen Flexibilität, Reichweite und Leichtigkeit bietet – perfekt für unterwegs. Das XF 100-400mm f/4.5-5.6 bietet noch mehr Reichweite und ermöglicht es, auch weit entfernte Motive gestochen scharf festzuhalten. Dabei sorgt es für eine beeindruckende Komprimierung der Szene und verleiht den Aufnahmen eine besondere Tiefenwirkung.

Links: Sonnenuntergang auf Koh Phangan in Thaliand mit X-H2s + 70-300mm / Rechts: Sonnenuntergang fotografiert von Crans Montana in der Schweiz mit X-T5 + 100-400mm

USP von XF Teles

Das FUJIFILM XF-System überzeugt im Telebereich vor allem durch seine kompakte Bauweise und das geringe Gewicht, was es unter anderem ideal für die Reisefotografie macht. Hinzu kommt die herausragende Bildstabilisierung, die es ermöglicht, auch bei langen Brennweiten aus der Hand zu fotografieren. Auf meinen Safari-Projekten filme ich oft mit maximaler Telebrennweite und kann dank der Stabilisierung viele Clips direkt verwenden, ohne zusätzliche Nachbearbeitung oder Software-Stabilisierung. Bis auf das 55-200mm sind zudem alle XF-Teleobjektive wetterfest, was sie perfekt für den Einsatz unter schwierigen Bedingungen macht. 

Oben links: Elefantenherde in der Serengeti mit XF 200mm / Oben mitte: Leopard im Masai Mara mit 70-300mm / Oben rechts: Gepard in Südarfika mit XF150-600mm
Unten links: Leopard in Uganda mit XF 200mm + 1.4 Teleconverter / Unten mitte: Elefantenfamilie mit XF 200mm / Unten rechts: Yellow-Billed Hornbill in Zambia mit XF 200mm

Fazit

Zusammenfassend bietet das FUJIFILM XF-System eine durchdachte Auswahl an Teleobjektiven, die sowohl für professionelle als auch für reisende Fotografen gut geeignet sind. Jedes der Objektive hat seine Stärken und eignet sich je nach Einsatzzweck besser oder schlechter. Meine Favoriten stehen mit dem 70-300mm und dem XF 200mm ganz klar fest. Ich werde versuchen meine Hände demnächst auch noch an das neue XF 500mm zu bekommen. 

Hast du Fragen oder eigene Erfahrungen die du Teilen möchtest? Dann lass es uns gerne in den Kommentaren wissen.  

Beide Nahaufnamen wurden mit dem 70-300mm aufgenommen. Links: Gottesanbeterin auf Phu Quoc in Vietnam / Rechts: Eidechse in Namibia


Mit der X-T50 und Filmsimulationen unterwegs in Italien

Vor kurzem habe ich einen kleinen Erfahrungsbericht zur X-T50 geschrieben. In diesem Bericht gehe ich auch weiter auf die Filmsimulationen ein.


Über den Autor


Mein Name ist Denny und ich bin als Reise- und Portrait-Fotograf in der Welt unterwegs. Die Fotografie begleitet mich seit mehr als einem Jahrzehnt und ich kann und will mir ein Leben ohne Kamera in der Hand nicht mehr vorstellen. Von Strassenfotografie über Makroaufnahmen bis hin zur Sportfotografie habe ich mich schon in so manchem fotografischen Genre ausprobiert. Die Portraitfotografie lässt mein Herz aber höherschlagen als jede andere Disziplin. Es ist ein grossartiges Gefühl, jemandem durch ein Portrait neues Selbstvertrauen zu schenken und schöne Erinnerungen festzuhalten. 

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