
SONY 600MM F4 GM - EIN OBJEKTIV DER SPITZENKLASSE IM PRAXISBERICHT VON ANDRI LAUKAS
Das Sony 600mm F4 wirkt auf den ersten Blick riesig – wie man es von einem 600mm F4 erwartet. Nimmt man es jedoch in die Hand, überrascht das vergleichsweise geringe Gewicht. Mit knapp über 3 kg gehört es zu den leichtesten Objektiven seiner Klasse. Gerade bei der Naturfotografie in den Bergen ist dieser Gewichtsvorteil enorm. Was das Objektiv, das preislich in der Liga eines Kleinwagens spielt, in der Praxis leistet, erfährst du in diesem Bericht.
Als Naturfotograf hatte ich über mehrere Monate Gelegenheit, das Objektiv intensiv zu testen und nach möglichen Schwachstellen zu suchen. Bei der Bildqualität gibt es kaum etwas zu beanstanden. Das Objektiv liefert eine beeindruckende Schärfe und bietet dadurch auch genügend Reserven für stärkere Bildausschnitte bei hochauflösenden Aufnahmen. Bereits bei Offenblende F4 ist die Abbildungsleistung hervorragend. Gleichzeitig lassen sich Motive sehr schön vom Hintergrund freistellen.
Autofokus
In Kombination mit der Sony Alpha 1 entstehen gestochen scharfe Aufnahmen. Auch der Autofokus arbeitet ausgesprochen zuverlässig – selbst bei bewegten Motiven. So liess sich beispielsweise ein Kormoran genau in dem Moment festhalten, als er seine Flügel öffnete.

Wildlife
Wer Wildtiere in den Bergen fotografiert, sollte für ein solches Objektiv einen Tarnüberzug verwenden. Dieser reduziert die Auffälligkeit und schützt gleichzeitig das Objektiv.Kommt man einem Tier nahe genug – wie beispielsweise einem Schneehuhn – entstehen mit dem 600mm F4 ganz besondere Aufnahmesituationen. Ein grosser Vorteil ist dabei das niedrige Gewicht. Trotz der enormen Brennweite lässt sich das Objektiv durchaus aus der Hand einsetzen. Dadurch bleibt man im Gelände flexibel und kann schnell auf Bewegungen reagieren.
Kritikpunkte
Ganz ohne Kritik kommt jedoch auch dieses Objektiv nicht davon. Zwei Punkte sind erwähnenswert.Die Naheinstellgrenze von rund 4,5 Metern ist insbesondere bei kleineren Tieren nicht optimal. Dank der hohen Auflösung und Schärfe lässt sich dieses Problem teilweise durch einen nachträglichen Bildausschnitt kompensieren.Ein weiterer Punkt ist der fehlende integrierte Telekonverter. Sony bietet zwar separate 1,4×- und 2×-Telekonverter an, mit denen sich die Reichweite nochmals deutlich erhöhen lässt. Dabei müssen jedoch gewisse Einbussen bei Bildqualität und Autofokusleistung in Kauf genommen werden.

Fazit
Insgesamt ist das Sony FE 600mm F4 GM OSS ein hervorragendes Objektiv und insbesondere für Natur-, Wildlife-, Sport- und auch Astrofotografie interessant. Der sehr hohe Preis wird durch eine aussergewöhnlich hohe optische Qualität, eine starke Autofokusleistung und das für diese Objektivklasse geringe Gewicht relativiert.

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