Leica SL2 Bern

Vier Jahre nach der Vorstellung der Leica SL präsentiert Leica eine mehr als würdige Nachfolgerin: die Leica SL2. 

Für alle die sich selber ein Bild der neuen Leica SL 2 machen wollen:
Leica SL2 Touch & Try am Donnerstag 14. November von 16.00 – 20.00 Uhr mit Markus Niggli von Leica Camera Schweiz bei uns am Casinoplatz 8 in Bern. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

Hier geht es direkt zur Leica SL2 in unserem Online-Shop.

Mario konnte die brandneue spiegellose Systemkamera aus dem Hause Leica bereits etwas genauer unter die Lupe nehmen. 
Seine ersten Eindrücke teilt er mit Dir in diesem Blog-Beitrag und einem Vorstellungs-Video:

Modernes Design – Klassisch inspiriert
Ich weiss, Schönheit ist ein subjektives Empfinden. Mir gefällt sie aber optisch ausserordentlich gut, die soeben vorgestellte Leica SL2. Wo die Vorgängerin noch etwas klobig daher kam, überzeugt die SL2 dank den von der analogen Leicaflex SL übernommenen Linien bei der Bodenplatte und beim Gehäusedeckel, dank der Belederung die nun auch bis zur Rückseite gezogen wurde und dank der neuen griffigen Mulde beim Handgriff durch ein funktionales und ästhetisches Design. Trotz den etwas kleineren Abmessungen und den eingesparten 100 Gramm im Vergleich zur Leica SL, gehört die Leica SL2 nicht zu den leichtesten und kleinsten Vollformatkameras auf dem Markt. Wie es sich für eine Leica gehört, zählt sie selbstverständlich auch nicht zu den günstigsten. Wobei das Gehäuse der Leica SL2 mit Fr. 6830.- preislich nicht mehr ganz so weit entfernt liegt von den anderen Vollformat-Spitzenmodellen wie z.B. der Sony A9 II.

Was sind die Argumente die für den Kauf einer Leica SL2 sprechen könnten?

Wie die oben erwähnte Schönheit, sind die Argumente die für den Kauf der Leica SL2 sprechen nicht hauptsächlich rational zu begründen. Vielmehr sind es subjektive Eindrücke die es zu erleben gilt.

Doch kommen wir zuerst zu den rationalen Faktoren, den technischen Kennzahlen der neuen SL2:

Technisch auf dem neusten Stand
Der Verbaute CMOS Sensor verfügt über eine beeindruckende Auflösung von 47.3 MP bei einem Dynamikumfang von bis zu 14 Blendenstufen. Dieser Sensor wird bereits auch schon in der Leica Q2 verwendet. Dank dem neuen Maestro III Prozessor konnte beim Bildrauschen im Vergleich zur Q2 nochmals ein grosser Schritt nach vorne gemacht werden. Bis 6400 ISO kann man mit einer absolut überzeugenden Bildqualität rechnen. Dem Maestro III Prozessor sind auch die Fortschritte in der Serienbildaufzeichnung (78DNG / >100 JPG) und die Verbesserung der AF Geschwindigkeit zu verdanken. Ausserdem verfügt die Leica SL2 nun auch über Gesichtserkennung von mehreren Gesichtern, die bequem per Joystick anvisiert werden können.

Ein riesiger Vorteil zur Vorgängerin dürfte auch der im Gehäuse verbaute 5-Achsen Bildstabilisator sein. Sämtliche Objektive können vom Stabilisator profitieren, auch Leica M oder Leica R Objektive die mit einem Adapter an der Leica SL2 verwendet werden können. Dank dem L-Mount können auch L-Objektive von Sigma und von Panasonic an der Leica SL2 verwendet werden.

Besonders beeindruckend ist der digitale Sucher: Mit einer Auflösung von 5.76 Mio Pixel und einem grossen Okular gehört er zum absolut besten was es aktuell auf dem Markt gibt.

Auch Filmer kommen auf Ihre Kosten: Die Leica SL2 zeichnet Videos in 4K mit bis zu 60fps in 8 bit intern auf. Wer über HDMI einen externen Recorder anschliesst, kann sogar mit 10 bit aufzeichnen. Wie es sich für eine Kamera mit professionellen Video-Ambitionen gehört, verfügt die SL2 auch über einen Mikrofon-Eingang und einem Kopfhörer-Ausgang. Dank optional erhältlichem PL-Mount Adapter kann man auch auf ein riesiges Sortiment an Ciné-Linsen zurückgreifen.

Technisch kann die Leica SL2 also absolut mit den neusten und besten Kameras am Markt mithalten, auch wenn keiner der Technischen Daten einzigartig ist oder die Mitbewerber in den Schatten stellen kann.

Kommen wir nun zu den subjektiven Eindrücken die die Leica SL2 in meinen Augen zu einer ganz besonderen Kamera machen:

Das Bedienkonzept
Was die Bedienung betrifft, hat Leica in den letzten Jahren viel experimentiert, nicht immer zur Freude der Fotograf*innen. Die Leica T wird z.B. mit ihrem APP-inspirierten Konzept fast ausschliesslich über den Touchscreen bedient. Für viele Anwender*innen war dieses Konzept schon fast etwas zu innovativ. Der Mut zum Experimentieren wurde aber belohnt und Leica ist es gelungen, ein Bedienkonzept zu erarbeiten, das Intuitiv, schnell und individualisierbar ist. Das Bedienkonzept der SL2 wird in sehr ähnlicher Form bereits bei der Leica CL, der M10 und der Leica Q2 erfolgreich eingesetzt. Um z.B. die Programmierung einzelner Knöpfe zu ändern bleibt man einfach einige Sekunden auf der Taste und kann so eine Funktion für dieses Bedienelement festlegen.

Ein echter Genuss in der Bedienung ist auch die «Leica Fotos» App. Sie gehört definitiv zu den besten und am einfachsten zu bedienenden Apps zur Bildübertragung und Kamera Fernsteuerung. Zukünftig soll sogar das Thethered Shooting mit DNG Bildern über WLAN möglich sein!

 

Die Bildqualität
Die Marke Leica ist eine Legende, und das ist nicht zuletzt den herausragenden Objektiven zu verdanken. Auch die L-Mount Linsen überzeugen in ihrer optischen Qualität, dem Bokeh und dem Bildlook. Doch was trägt die Kamera zu diesem Leica-Bildlook bei? Wenn man sich die Bildergebnisse der Leica SL2 im Detail ansieht, hat man den Eindruck, dass die Bilder einen eher Filmähnlichen Look haben und in ihrer Farbgebung und Auflösung sehr natürlich wirken.

Schmeckt der Wein besser weil er teurer ist?
Am besten macht man sich ein eigenes Bild bezüglich der Bildqualität und des Looks. Für viele Leica Fotograf*innen gehört der Bildlook der unbearbeitenen Daten aus der Kamera zu den Hauptargumenten, wieso sie sich für eine Leica entschieden haben.

Der Mythos
Die Marke Leica ist eine Legende. Die Faust von Muhamad Ali, das ikonische Portrait von Che Guevara - Einige der bekanntesten Bilder der Welt wurden mit einer Leica fotografiert.

Mit einer Leica zu fotografieren hat aber oft auch mit (bewusstem) Verzicht zu tun. Bei der Leica M verzichtet man auf den Autofokus, bei der Leica Q2 auf das Wechselobjektiv, bei der CL auf den Vollformat-Sensor. Leica hat bei der digitalen Leica MD sogar auf das Kameradisplay verzichtet.

Mit der Leica SL2 hat man nun die Möglichkeit, den Mythos Leica mit einer technisch top ausgestatteten Vollformat-Systemkamera zu erleben, ohne auf die Leica-Gene verzichten zu müssen.

Verzichten muss man höchsten auf ein paar Franken auf dem Bankkonto. Für diese Investition darf man aber eine extrem robuste, hochwertig gefertigte und top ausgestattete Kamera «made in Germany»,  mit echten Allrounder-Qualitäten sein Eigen nennen.

Die Fotografen-Legende Steve McCurry hatte bereits die Gelegenheit, die Leica SL2 zu testen. Er ist zu folgendem Schluss gekommen:“I actually have tested the SL2 with other cameras, and to me there was no comparison, the quality is unparalleled. The really great German manufacturing, and the simplicity of the system, how you operate the buttons and the menu. Everything seemed really logical and very simple to use. But the main reason really was this incredible, unbelievable picture quality, you really have to see it to believe it! To me, I owed to my art, to my photography to use the best equipment and this in my view is, it doesn’t get any better than this, especially because of these incredible lenses, I don’t think there are better lens in the world.”

 

Ein Blogbeitrag von Mario Wüest, Geschäftsleitung Photo Vision Zumstein AG