Ob Vlog, Podcast oder Instagram Reel – der Ton macht die Musik. Und mal ehrlich: Was nützt das schönste Video, wenn es klingt wie durch eine Blechdose aufgenommen? Genau hier kommen die neuen DJI-Mikros ins Spiel. Stefan Lehmann hat sich für dich beide Sets – das DJI Mic 2 und das DJI Mic Mini – ganz genau angeschaut und getestet, was die kleinen Soundwunder wirklich draufhaben.

Spoiler: Es wird kabellos, kompakt und ziemlich clever.


Egal, ob ich dir diesen Artikel in einem Podcast vorlesen würde oder dazu ein Video für Social Media produziere, die Qualität des Tons ist entscheidend. Verrauschtes, unklares Audio ist der Nummer eins Showstopper, damit audiovisueller Content konsumiert wird. Sonst wird sofort weitergeswiped. Daher freut es mich sehr, dass die Technik im Audiobereich grosse Fortschritte macht und trotzdem bezahlbar bleibt. Schauen wir uns also in diesem Artikel die neusten Audioprodukte von DJI an, MIC II & MINI.


🎤 Design & Verarbeitung

Schlank, smart, überall dabei

Beide Modelle überzeugen mit einem schlanken und durchdachten Design. Beide Mikrofone finden mit dem Empfänger im Ladecase Platz. Darin sind auch die Adapter verstaut. Diese sind dazu da, den Empfänger direkt an ein kompatibles Host-Gerät anzuschliessen. Beim Mic 2 sind hier Lightning und USB-C vertreten. Beim Mic Mini ist nur noch der USB-C Adapter dabei, was in den meisten Fällen genügen wird. Bei beiden Produkten werden Windschutz-Aufstecker mitgeliefert. Diese finden beim Mini ebenfalls im Case Platz, beim Mic 2 müssen diese separat transportiert werden. Für den Betrieb an einem Klinken-Anschluss muss das mitgelieferte Audiokabel ausserhalb des Ladecase transportiert werden. Nicht vergessen.

 

🔊 Klangqualität

Guter Ton, klare Sache – mit kleinen Abstrichen

Die Audioqualität ist bei beiden Modellen auf einem hohen Niveau. Beide Versionen bieten hier etwas unterschiedliche Features, was die Wahl des richtigen Sets etwas vereinfacht. Das Mic Mini hat eine zweistufige Geräuschunterdrückung, welches Umgebungsgeräusche eliminiert, allerdings gerade in der stärkeren Stufe manchmal komische Audioartefakte produziert. Es ist jedoch eindrücklich, wie gut das Noise Cancelling funktioniert. Auch das Mic 2 bietet ein Active Noice Cancelling, zur genauen Funktionsweise gibt DJI keine Details an. Bei starken Umgebungsgeräuschen gibt es auch hier leichte Audioartefakte. Die beste Option für angenehme Stimmenaufzeichnung ist es immer noch, für eine möglichst ruhige Umgebung zu sorgen. Wenn es mal in der Action sein muss, unterstützen die Geräuschunterdrückungs-Funktionen aber sehr gut. Das Mic Mini bietet ferner einen virtuellen Begrenzer für Audioclipping, so dass es keinen Abriss bei lauten Tönen gibt. Das System hat seine Grenzen. Das Mic 2 hingegen bietet 32-bit Float-Aufzeichnung, welches die entsprechende Bandbreite an Daten aufnimmt, so dass kein Clipping entsteht. Diese Funktion wird aber nur bei der internen Aufzeichnung in den Sendern unterstützt. Dafür stehen je 8GB interner Speicher zur Verfügung und beim Einstecken per USB-C kann man wie bei einer Speicherkarte sehr einfach auf die Audiodaten zugreifen. Natürlich wird die Produktion dann etwas erschwert, weil man die Audio und Videospuren separat synchronisieren muss.


⚙️ Bedienung & Features

Touchscreen vs. Minimalismus – was passt zu dir?

Das DJI Mic 2 punktet mit einem Touchscreen-Display, das eine intuitive Steuerung ermöglicht. Es bietet interne Aufzeichnung mit 8 GB Speicher, was eine zusätzliche Sicherheit bietet, falls die Funkverbindung ausfällt. Die bis zu 250 Meter Reichweite ist ideal fürs Vloggen und Filmen, wenn Flexibilität benötigt wird. Das DJI Mic Mini setzt auf eine noch einfachere Bedienung und verzichtet auf den internen Speicher sowie das Display. Dafür bleibt es kompakt und leicht, perfekt für spontane Aufnahmen unterwegs und bietet bis 400 Meter stabile Übertragung.

 

🔋 Akkulaufzeit & Konnektivität

Laufzeit satt – wer hält länger durch?

Bei der Akkulaufzeit sind beide Sets sehr ausdauernd: Das Mic Mini hält ohne internen Speicher und Display etwas länger durch:

DJI Mic 2: Bis zu 6 Stunden pro Sendeeinheit, mit Ladecase insgesamt bis zu 18 Stunden. Bei 32-bit Float Aufnahme reduziert sich die Aufnahmezeit auf 14 Stunden Gesamtaufnahmezeit mit Ladecase.

DJI Mic Mini: Bis zu 11,5 Stunden beim Sender, bis zu 10,5 Stunden beim Empfänger und mit Ladecase bis zu 48 Stunden.

Beide Modelle bieten USB-C und Lightning-Adapter sowie ansteckbaren Windschutz.


✅ Fazit

Welches Mic bist du? – Entscheidungshilfe für Tonfans

Okay, welches ist das perfekte Set für dich?

DJI Mic Mini: Du zeichnest direkt in dein Smartphone oder deine Vlogging-Kamera nach Wahl auf. Du hast möglichst wenig Gepäck bei dir, leichter ist besser. Das Mikrofon soll einfach seinen Job machen. Du brauchst kein Feintuning. Einschalten und loslegen.

DJI Mic 2: Du willst so nah an Studiomöglichkeiten heran, wie es mit einem mobilen Set geht. Externe Lavalier-Mikrofone oder ein Headset anschliessen und Pegelkontrolle auf dem Empfänger. Zudem möchtest du in lauten oder unbeständigen Umgebungen auf die Möglichkeiten von 32-Bit Float zurückgreifen.

Beide Sets bieten dir eine sehr mobile Audiolösung. Die Handhabung ist denkbar einfach und die Mikrofone halten etwas aus. Schön stellt DJI zwei Lösungen in unterschiedlichen Preiskategorien bereit, so kann man sich aussuchen, mit welcher Variante man sein Audio aufzeichnet.


  • Stefan Lehmann

    Selbständiger Fotograf und Videoproduzent 
    Inhaber lehmann kreativ GmbH Aarberg

    Instagram: @stefanlehmann_
    Youtube: @stefanlehmann_ch

    Seit rund 10 Jahren erbringe ich Dienstleistungen im Bereich Foto & Video. Ich mag Review-Videos auf Youtube, grillieren und schöne Kameras. Beruflich arbeite ich am Liebsten mit 85mm Brennweite und privat habe ich meistens etwas um 35mm bei mir. Fotografisch versuche ich die ungestellte Streetfotografie in meine übrigen Buchungen einfliessen zu lassen. Blitzlicht mag ich nicht besonders, dafür könnte ich Stunden damit verbringen, Kamerarigs zu bauen.