In unserer Serie "was hesch derbi?" sprechen Fotografinnen und Fotografen über ihre Ausrüstung. 
Wir erhalten Einblick in den Fotorucksack und erfahren, welches Equipment in welcher Situation zum Einsatz kommt. 

Dieses Mal dürfen wir einen Blick ins Gepäck von Yves Krähenbühl werfen: 

"Ich bin Yves Krähenbühl, oftmals an verschiedensten Orten mit einer Kamera anzutreffen. Je nach Situation fotografiere analog oder digital, wenn nicht sogar beides. Grundsätzlich habe ich (fast) immer eine Kamera dabei. Wie es dazu kam finde ich selbst etwas überraschend, da ich in diesem Sinne das Pferd von hinten aufzäumte: Über zeichnerisch/gestalterisches Interesse führte mich der Weg über die digitale Welt hin zur Software und zu pixelbasierten Experimenten. Daraus entstand ein gewisser Drang, schneller Bilder zu erzeugen. Der nächste Schritt zu einer (logischerweise digitalen) Kamera war also absehbar.

Per Zufall – und vielleicht auch weil sie nur zwanzig Franken kostete – kam ich zu einer analogen 35mm Kamera. Lange spielte sie hinter dem digitalen Apparat die zweite Geige, bis ich den Charakter und die Authentizität eines richtig körnigen, hochempfindlichen Schwarzweiss-Films zu schätzen begann. So hatten sich die Karten der Vorlieben neu gemischt. Aber genug der Nostalgie!

Grundsätzlich sieht das dann wie folgt aus, wenn ich mit fotografischen Absichten unterwegs bin:

Ausrüstung

Ersatz-Akkus und ein Mikrofasertuch sind zusätzlich immer dabei, genauso wie analoge Filme (Kodak Tri-X 400, T-Max 3200, Ilford HP5 plus 400, JCP Streetpan 400 oder auch mal ein Rollei Infrared 400. Wenn selten mal farbig Cinestill 800. Hauptsache ist, schnell muss es sein). Das passt dann alles in den PinqPonq Rucksack, welcher zwar nicht als Fotorucksack ausgelegt ist, für mich aber äusserst praktisch, kompakt und bequem ist. Je nach dem, was ich mir in den Kopf gesetzt habe kann der Inhalt variieren, ergänzt oder ausgetauscht werden.

Oft kommt zu den zwei Minolta SRT101 noch eine weitere dazu, sowie eine Minolta XE-1 mit einem 28mm F2.8, drei 50mm F1.7 und einem 135mm F2.8.

Fokus

Fotografisch fahre ich mit den beiden Systemen entsprechend zweigleisig. Digital fokussiere ich mich stark auf Formales, Grafisches. Muster, Raster, Konstruiertes, welches sich fast ausschliesslich in urbanen Räumen bewegt. Dabei achte ich auch auf das oft Übersehene und Unschöne. Momentan versuche ich mich mehr an seriellem und weniger an Einzelbildern.

Analog zeigt sich der Fokus losgelöster, Sujet-technisch freier und spielerischer. Grösstenteils in schwarzweiss und mit einer 50mm Brennweite. Ansonsten bleibt der Umgang mit der analogen Kamera der experimentelle, da ich die Unklarheit über das Resultat höchst schätze und in diesem Medium reizvoll finde.

Prinzipiell ist mir aber auch in der Fotografie wenig heilig. Gemacht wird, was mich reizt, was mich interessiert. Die Hauptsache ist, ein Ausgleich zu erhalten und selbst die einzige Limitierung seiner eigenen Idee zu sein. Natürlich würde ich eine zweite digitale Kamera der Flexibilität wegen begrüssen. In der Anschaffung sind sie leider doch gut zwei Nullen teurer als die oben genannte 35mm Kamera. Aber irgendwo muss ja auch noch etwas Luft nach oben bleiben."


Seit dem Bachelor-Studium in Grafik-Design arbeite ich als Grafiker/Art-Director, momentan in einem kleinen Büro in Basel. Daneben studiere ich Information and Data-Management in Chur.

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Instagram: @kifphotos