Nach dem Verlust seiner Canon 6D Mark II, welche durch einen Wasserschaden auf den Färöer Insel entstand, kam Lorenz Weisse auf die Idee, uns um ein Ersatzgerät zu bitten. Der sonst so begeisterte Spiegelreflex-Fotograf entschied sich für die neue Canon EOS R6, welche ihm kurzerhand von uns nach Island zugestellt wurde. Welche Erfahrungen Lorenz mit der spiegellosen Systemkamera von Canon machen durfte, erfährst du in diesem Blogbeitrag.

Canon EOS R6

Nach dem Verlust meiner Canon EOS 6D hatte ich endlich einen deftigen Grund, die neuen spiegellosen Modelle der Canonserie zu testen. Da meine Ausrüstung eh längst ein Update nötige hatte, kam mir dies gerade recht.

Als jahrelanger Spiegelreflexfotograf hatte ich anfangs meine Bedenken, was den elektronischen Sucher anbelangt, doch nur wenige Minuten nach den ersten Kameratests war dieser garnicht mehr wegzudenken. Obwohl 21 Megapixel nach erschreckend wenig Auflösung klingen, fällt dies bei Nutzung und anschliessender Bildbearbeitung kaum auf. Hierbei würde ich mich sogar trauen, die Canon EOS R6 als Hauptkamera für Kundenaufträge zu verwenden. Besonders, weil die Kamera auf allen Ebenen Begeisterndes liefert, vor allem in der Kombination mit den neuen Canon RF-Objektiven.

Die Kamera ist nicht nur besonders leicht, sie besitzt auch einen unglaublich weichen Bildstabilisator, welcher einem die Handhabung vereinfacht. Die Batterielaufzeit war für mich ein grosses Plus. Hier kam ich mir im Vergleich zu meiner Canon EOS 6D nicht im Mindesten eingeschränkt vor. 

Unsere Reiseroute: Von Seydisfjördur nach Reykjavik und zurück. 

Canon RF 28 – 70 f2.0 L USM

Anders als bei meiner ersten Islandreise kamen wir dieses mal mit dem Wohnmobil per Schiff im östlichen Seydisfjördur an und starteten die Reise in Richtung Reykjavik. Wir wurden von einem unangenehmen Wind und reichlich Schneefall begrüsst. Der Nadelwald in der Region um Egilsstadir und die schneebedeckten Berge erinnerten uns sehr an die Landschaften Alaskas und Kanada. Jeder, der die Insel wenig abseits der Touristenscharen kennenlernen möchte, dem ist diese Route sehr zu empfehlen. 

Wie so mancher Fotograf habe auch ich meine Festbrennweite, die mir besonders wegen ihres Looks oder Lichtstärke gefällt. Doch bei dem neuen RF 28-70mm F2.0 hatte ich dieses Gefühl erstmals bei einem Zoomobjektiv. Für alle, die so wie ich viel in der Natur fotografieren ist ein lichtstarkes Objektiv ein Muss. Meinem Empfinden nach kann hierfür das RF 28-70mm zu 90% der Zeit gleich auf der Kamera gelassen werden. Das Objektiv lässt sich hier wunderbar einsetzen. Einziger Minuspunkt ist jedoch sein eher starkes Gewicht. Doch für Outdoorfotografen, welche Spiegelreflex-Systeme gewohnt sind, sollte dies nicht von Nachteil sein.

Canon RF 50mm f1.2 L USM

Nach ein paar Tagen am östlichen Teil der Südküste, trafen wir auf unserer Reise an eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Islands, die Gletscherlagune. Hier kann Stunden lang das verspielte Verhalten der Seerobben beobachtet werden, welche zwischen Gletscher und gebrochenen Eisschollen umher schwimmen. Das RF 50mm konnte ich hier wunderbar für handgehaltene Fotos einsetzen, welche ich während des Sonnenuntergangs und der darauffolgenden blauen Stunde geschossen habe.

Die leichte sowie kompakte Bauweise ist im Gegensatz zum RF 28-70mm von grossem Vorteil. Die Festbrennweite zeichnet sich vor allem durch Ihre Schärfe und Kompromisslosigkeit aus. Wer oft mit geringen Lichtverhältnissen arbeitet und viel in der Natur unterwegs ist, sollte sich dieses Objektiv unbedingt zulegen.

Canon RF 70-200mm f2.8 L IS USM

Wenn ich früher mit meiner Fotoausrüstung im Gelände unterwegs war, hatte das EF 70-200mm oftmals keinen Platz oder war mir schlichtweg zu schwer, um es noch mit mir zu schleppen. Dieses Problem hat Canon bei der neuen RF Variante elegant gelöst.

Es ist kompakt, sodass es auf jede Wanderung mitgenommen werden kann und durch die 5-Stufen Bildstabilisierung so ruckelfrei, das in mir die Freude an diesem Brennweitenbereich erneut aufgeflammt ist.

Egal ob endlose Gletscher in der Ferne, Fischerhütten an kleinen Buchten oder weite Lavafelder, das 70-200mm regt die Fantasie an und hat mir so manche Bilder ermöglicht, an die ich ansonsten nicht gedacht hätte. 

Fazit

Nach knapp einem Monat endete unsere Reise durch Island auf der Fähre nach Dänemark. Dank der sich täglich abwechselnden Landschaft konnte ich die Canon R6 inkl. der neuen RF Objektive gründlich in den unterschiedlichsten Setups testen. Einen bleibenden Eindruck machten hier vor allem das RF 28-70mm und das RF 70-200mm, und ich denke, dass diese schon bald den Weg in meinen Kamerarucksack finden werden.

Ein grosser Dank geht an dieser Stelle besonders an Foto Video Zumstein, welche mir unkompliziert und zuvorkommend innert kürzester Zeit ein Ersatz Equipment nach Island sendeten. Dies bewahrte mich nicht nur vor einer anstrengenden Suche nach einem Ersatz im hintersten Winkel Islands, sondern ermöglichte es mir, die Spiegellosen Kamerasysteme von Canon endlich genauer unter die Lupe zu nehmen.