Mit über 20 Jahren Erfahrung als Fotograf weiss Edgar Hernandez, worauf es bei einer Kamera ankommt. Von Studioaufnahmen bis hin zu dynamischen Reportagen stellt jede Umgebung ihre eigenen Anforderungen – und die Canon EOS R5 II musste sich in all diesen Bereichen beweisen. Besonders während des Zürich Film Festivals, wo Geschwindigkeit und Präzision entscheidend sind, hat die Kamera ihre Stärken gezeigt. In diesem Interview spricht Edgar Hernandez über seine ersten Eindrücke von der Canon EOS R5 II und die Features, die ihn im Studio und on location am meisten überzeugt haben. Gleichzeitig gibt er Einblicke, wie sich die Wahl der Kamera auf seine Arbeit auswirkt und welche Aspekte für ihn in zukünftigen Modellen noch verbessert werden könnten. Ein ehrliches und praxisnahes Gespräch über die Möglichkeiten und Grenzen der Canon EOS R5 II aus der Perspektive eines erfahrenen Profis.

 

Fragen zur Canon EOS R5 II 

1.Was waren deine ersten Eindrücke, als du die Canon R5 II zum ersten Mal in den Händen gehalten hast?

Ich fotografiere seit über 20 Jahren mit Canon und war sofort beeindruckt, als ich die R5 II zum ersten für ein Projekt verwendet habe. Diese Kamera ist ein echtes Kraftpaket: Qualität, Geschwindigkeit und Präzision – alles, was ich in meinem Fotografen-Alltag brauche. Mein erster Gedanke war: Die Kamera fühlt sich richtig gut an. Sie liegt gut in der Hand ist hochwertig und gibt mir auch das Vertrauen meine Projekte problemlos umsetzen zu können.

2. Welche Funktionen oder Features der R5 II haben sich für dich als besonders nützlich erwiesen, sowohl im Studio als auch on location? 

Der Autofokus der Canon R5 II ist schlichtweg beeindruckend. Egal ob im Studio oder draussen vor Ort. Die Kamera fokussiert präzise und zuverlässig, selbst in anspruchsvollen Lichtsituationen. Ich habe Sie bereits in verschiedenen Szenarios auf die Probe gestellt. Die hohe Auflösung bietet mir zudem enorme Flexibilität, denn ich kann dadurch problemlos Bildausschnitte in der Nachbearbeitung auswählen, ohne Qualitätsverluste hinnehmen zu müssen. Diese Kombination aus Präzision und Flexibilität passt perfekt zu meinem Arbeitsstil. 

3. Wie hat die Kamera bei den Herausforderungen des Zürich Film Festivals abgeschnitten, insbesondere bei der Reportagefotografie? 

Während des Zürich Film Festivals hat die R5 II ihre Stärken voll ausgespielt. Die Herausforderungen bei der Reportagefotografie sind vor allem wechselnde Lichtverhältnisse, schnelle Bewegungen und der Druck, keinen Moment zu verpassen. All das hat sie souverän gemeistert. Der Autofokus war mein grösster Verbündeter. Ich konnte alle für mich wichtigen Augenblicke einfangen und bin sehr zufrieden mit meinen Fotos vom Event.

4. Wie wichtig ist dir die Wahl der Kamera bei deiner Arbeit, und wie gross ist der Einfluss der Technik auf deine Ergebnisse? 

Die Wahl der Kamera ist für mich essenziell, da sie meine Vision direkt beeinflusst. Canon hat mich in den letzten 20 Jahren nicht im Stich gelassen, und genau dieses Vertrauen in meine Ausrüstung erlaubt es mir, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Nämlich die Emotionen und die Geschichte hinter jedem Bild. Mit der richtigen Technik kann ich meine Kreativität entfalten und sicherstellen, dass meine Bilder das ausdrückt, was ich mir vorstelle. 

5. Welche Objektive hast du bevorzugt mit der Canon R5 II verwendet, und wie haben sie dein Shooting-Erlebnis beeinflusst? 

Mein absolutes Lieblingsobjektiv ist und bleibt das 70-200mm. Es hat mich als Fotograf geprägt und bietet die Vielseitigkeit, die ich für meinen Stil brauche – egal ob Porträts oder dynamische Szenen. In Kombination mit der R5 II liefert diese Linse Ergebnisse, die meine Erwartungen immer wieder übertreffen. Mein nächstes Objektiv wird das RF 85mm F1.2 sein, da ich das cremige Bokeh und die Art liebe, wie es den Fokus auf das Wesentliche lenkt. Dieses Objektiv wird mein Portfolio zweifellos weiter bereichern. 

6. Welche Features oder Aspekte der Canon R5 II würdest du dir für zukünftige Kameras noch weiter verbessert wünschen? 

Die Canon R5 II ist bereits ein beeindruckendes Werkzeug, aber es gibt wohl immer Raum für Verbesserungen. Was ich mir besonders wünschen würde, ist eine noch längere Akkulaufzeit. Gerade bei intensiven Shootings oder auf Reisen wäre das ein grosser Vorteil.

7. Gibt es spezielle technische Herausforderungen, die die Canon R5 II für dich gemeistert hat? 

Die R5 II hat mich in vielen Bereichen überzeugt, insbesondere bei schwierigen Lichtverhältnissen und schnellen Bewegungen. Der Fokus wurde meiner Meinung nach nochmals deutlich verbessert. Kein Moment ging verloren, und die Details blieben jederzeit gestochen scharf. In diesen Punkten hat die Kamera meine Erwartungen definitiv mehr als erfüllt. 

8. Welchen Rat würdest du anderen Fotografen geben, die überlegen, in die Canon R5 II zu investieren? 

Wenn du auf der Suche nach einer Kamera bist, die Qualität, Präzision und Vielseitigkeit vereint, ist die R5 II genau die richtige Wahl. Ich liebe es, dass sie mich sowohl im Studio als auch on location überzeugt. Für mich ist sie ein Gamechanger und ich bin sicher, dass sie auch andere Fotografen begeistern wird. Ein Upgrade das sich für mich gelohnt hat. 

9. Hast du die Kamera auch für Videoaufnahmen getestet? Wenn ja, wie war deine Erfahrung mit der Videofunktion?

Obwohl ich mich selbst mehr als Fotograf sehe, weiss ich, wie wichtig Video heutzutage ist. Die Canon R5 II gibt mir das Beste aus beiden Welten. Ich habe bereits einige Videos für soziale Medien mit der Kamera erstellt und bin begeistert von der Qualität und Präzision. Die Kamera ermöglicht es mir, Videoaufnahmen nahtlos in meine Workflow zu integrieren – ohne komplizierte Einstellungen oder zusätzliche Ausrüstung. 

10. Du hast in den letzten Monaten hauptsächlich mit der Canon R5c gearbeitet. War es eine grosse Umstellung für idch und wie hat die Ergonomie und das Handling der Kamera deine Arbeit, insbesondere bei längeren Sessions, beeinflusst?

Der Übergang von der Canon R5c zur R5 Mark II war ziemlich reibungslos. Obwohl beide Kameras ähnlich sind, hat die R5 Mark II eine komfortablere Ergonomie und einen verbesserten Griff, was lange Sessions angenehmer macht. Auch die Akkulaufzeit hat sich verbessert, so dass ich länger ohne Unterbrechung arbeiten kann. Darüber hinaus sind der Autofokus und die Verarbeitungsgeschwindigkeit schneller, was meinen Arbeitsablauf optimiert hat. Mir gefällt auch, dass ich mit der R5 Mark II schneller von Fotos auf Videos umschalten kann. 

Fünf persönliche Fragen an Edgar

1.Du fotografierst seit mehr als 20 Jahren! Wenn du an deine Anfänge zurückdenkst: Was hat dich damals zur Fotografie gebracht, und wie hat sich dein Stil im Laufe der Jahre entwickelt?

Wenn ich auf meine Anfänge in der Fotografie zurückblicke, wird mir bewusst, dass alles mit einer Mischung aus Neugierde und dem Wunsch begann, die Welt um mich herum festzuhalten. Die Kamera war für mich eine Zuflucht vor der Einsamkeit, besonders in den ersten Jahren, nachdem ich in die Schweiz gezogen war. In dieser neuen Umgebung wurde die Kamera mein bester Begleiter. Ich war fasziniert davon, wie ein Bild ohne Worte so viel ausdrücken kann. Meine ersten Bilder waren von Familienerinnerungen geprägt und stark beeinflusst von Modefotografie, die ich in Zeitschriften bewunderte. Mein Stil war anfangs eher klassisch und inszeniert. Mit der Zeit veränderte sich jedoch mein Fokus. Zunächst war die Technik für mich das Wichtigste, aber bald wurde mir klar, dass es viel wichtiger ist, die Emotionen und die Essenz eines Moments einzufangen. Heute ist mein Stil intuitiver und persönlicher. Ich habe gelernt, Spontaneität und Unvollkommenheit zu schätzen, weil sie einem Bild einen einzigartigen Charakter verleihen. Ich folge weniger den Regeln und mehr meiner Intuition sowie den Emotionen, die mir die Umgebung vermittelt. Diese Entwicklung hat mich gelehrt, Geschichten mit meinen Bildern zu erzählen und mich tief mit den Menschen und Momenten zu verbinden, die ich festhalte.

2. Du fühlst dich in vielen fotografischen Umgebungen wohl. Neben deinem eigenen Studio bist du oft auch an exotischen Orten auf der Welt unterwegs. Welche Art von Fotografie begeistert dich am meisten und warum? 

Das, was mich an der Fotografie am meisten begeistert, ist das Erzählen von Geschichten – insbesondere die Geschichten, die hinter jedem Gesicht stecken. Die Porträtfotografie fasziniert mich, weil sie es ermöglicht, die Menschlichkeit, die Erfahrungen und die Emotionen einer Person einzufangen. High-Fashion-, Editorial- und Beauty-Fotografie inspirieren mich ebenfalls, aber Porträts haben eine besondere Tiefe. Sie gehen über das Oberflächliche hinaus und versuchen, das Wesen der Person vor der Kamera sichtbar zu machen. Was ich an Porträts besonders liebe, ist die Interaktion mit den Menschen. Es sind oft die Gespräche, das gegenseitige Vertrauen und der Moment, in dem ein Funke überspringt, der das Bild lebendig macht. Dieser Funke verwandelt ein einfaches Porträt in ein Fenster zur Seele des Menschen. Für mich ist jedes Porträt eine Chance, nicht nur das Äussere, sondern auch die Emotionen und die Geschichte einer Person festzuhalten.

3. Wie beeinflussen deine venezolanischen Wurzeln und dein Leben in der Schweiz deine fotografische Arbeit? 

Meine venezolanischen Wurzeln und mein Leben in der Schweiz haben meine fotografische Arbeit massgeblich geprägt. Diese beiden Welten könnten unterschiedlicher nicht sein, aber gerade diese Gegensätze haben mich geformt. In Venezuela habe ich die Nähe und Wärme einer eng verbundenen Familie erlebt, während ich in der Schweiz mit Einsamkeit und einem völlig neuen Umfeld konfrontiert war. Ich habe sowohl Überfluss als auch Entbehrung erfahren, und all diese Erfahrungen fliessen in meine Arbeit ein. Durch diese Vielfalt fühle ich mich in den unterschiedlichsten Situationen und mit Menschen aus allen Kulturen wohl. Diese Empathie hilft mir, die Schönheit des Lebens in all seinen Formen und Momenten zu erkennen. Mein Ziel ist es, mit meinen Fotos die Essenz eines Augenblicks einzufangen – dieses „Jetzt“, das so flüchtig, aber auch so wertvoll ist. Die Fotografie ist für mich mehr als nur ein Ausdrucksmittel. Sie ist eine Erinnerung daran, wie kostbar jeder Moment ist. Meine Wurzeln und meine Erfahrungen in der Schweiz haben mir gezeigt, die Welt aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Dadurch gelingt es mir, die Schönheit und den Wert des Lebens in jeder Situation zu erkennen – und genau das möchte ich mit meiner Kamera festhalten.

4. Du hast bereits viele namhafte Persönlichkeiten fotografiert und mit grossen Marken gearbeitet. Welches Fotoshooting ist dir besonders in Erinnerung geblieben, und was hat es so einzigartig gemacht? 

Jedes Shooting ist auf seine Weise besonders, aber ein Highlight in diesem Jahr war definitiv das Porträt von Richard Gere. Ihn zu fotografieren war für mich ein aussergewöhnlicher Moment – nicht nur, weil er eine Kino-Ikone ist, sondern auch, weil ich seit Jahren ein Fan seiner Filme bin. Dieses Shooting verband zwei meiner grössten Leidenschaften: Fotografie und Film. Beide Disziplinen erzählen Geschichten und lösen Emotionen aus, die uns tief berühren können. Richard Gere vor der Kamera zu haben, war inspirierend. Sein Blick und seine Ausstrahlung erzählten unzählige Geschichten. Für mich war dieses Shooting ein Meilenstein, weil es meine Liebe zur Fotografie und zum Film perfekt vereinte.

5. Wie wichtig ist dir technische Perfektion im Vergleich zur emotionalen Wirkung deiner Fotos? 

Die Technik ist wichtig, aber sie ist für mich nicht das Entscheidende. Für mich geht es bei der Fotografie vor allem um die Emotionen, die ein Bild vermittelt. Die Verbindung, die man mit einem Moment oder einer Person herstellt, ist das, was ein Foto wirklich ausmacht. Ein technisch perfektes Bild kann kalt wirken, wenn die emotionale Tiefe fehlt. Natürlich sollte man die technischen Grundlagen beherrschen, aber ich glaube, dass man als Fotograf vor allem durch das Fotografieren lernt. Wenn man sich zu sehr auf die Technik konzentriert, verliert man manchmal den Blick für das Wesentliche. Was ein Bild wirklich unvergesslich macht, sind die Geschichten und Emotionen, die es transportiert. Das bleibt im Gedächtnis – nicht die Perfektion.

  • Über Edgar Hernandez

    Edgar Hernandez ist ein Schweizer Fotograf mit venezolanischen Wurzeln, der sich seit mehr als 20 Jahren leidenschaftlich der Fotografie widmet. Mit einem unverkennbaren kreativen Stiel und grosser Vielseitigkeit schafft er es, den perfekten Moment einzufangen und emotionale Geschichten zu erzählen. Ob im Studio, an beeindruckenden Locations oder bei Events – Edgar kombiniert technische Präzision mit künstlerischer Freiheit und hat sich damit in der Schweiz und international einen Namen gemacht. In den letzten zwei Monaten hatte Edgar die Gelegenheit, die brandneue Canon R5 II ausgiebig zu testen. Bei Studioaufnahmen, Outdoor-Shootings und einer exklusiven Behind-the-Scenes-Reportage während der Zürich Film Festivals konnte er die Kamera unter verschiedensten Bedingungen auf Herz und Nieren prüfen. Diese Erfahrungen teilt er nun mit uns. Im folgenden Beitrag gibt Edgar Einblicke in seine Arbeit, berichtet von seinen Eindrücken zur Canon R5 II und verrät, welche Funktionen ihn besonders überzeugt haben. Zusätzlich teilt er hilfreiche Tipps, wie man das Beste aus der Kamera herausholen kann.